Schlank, wendig, mit Substanz
Der Magnet liegt 60 Kilometer entfernt und übt gerade mit «Aida» und «Macbeth» am Nationaltheater und dem jungen Verdi am Gärtnerplatz große Anziehungskräfte aus. Wie sich also gegen München behaupten? Mit seinem neuen «Don Carlos» gelingt das dem Theater Augsburg locker. Ohnehin hat sich hier seit 2007, dem Amtsantritt von Intendantin Juliane Votteler, Entscheidendes getan. Die Inszenierungsästhetik riecht nicht mehr nach dem früheren Muff. Und obgleich nicht alles gelingt: Es wird geredet bis heiß debattiert übers Stadttheater – das Beste also, was dem Haus passieren kann.
Seit dieser Saison wird Augsburg doppelt interessant, was die Regie zu «Don Carlos» unterstreicht,
indem sie den Dirigenten samt Philharmonischem Orchester auf die (Hinter-)Bühne holt: Dirk Kaftan, zuvor Erster Kapellmeister in Graz und nun neuer Generalmusikdirektor, bestätigt alle Erwartungen. Man spielt die vieraktige Mailänder Fassung, und es gelingt eine Deutung, die so gar nichts mit dem zu tun hat, was die Gehörgänge der meisten Verdi-Fans besetzt hat. Kein schwerlastiger Spätstil ist hier zu erleben: Kaftan blickt aus der Perspektive des mittleren Verdi aufs Stück. Getrieben von einem trockenen, nervigen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Was den musikalischen Teil betrifft, war dies die beste, wichtigste und geschlossenste Verdi-Premiere, die Berlin seit Langem erlebte. Dazu gleich mehr. Was den szenischen Teil betrifft, war es die unwichtigste, überflüssigste und wahrscheinlich auch teuerste Verdi-Premiere, die Berlin seit Langem erlitt: eine Koproduktion mit der Scala, an der Daniel Barenboim...
ARTE
1.12. – 3.00 Uhr
Georges Prêtre dirigiert
die Wiener Symphoniker. Werke von Beethoven, Ravel und Debussy.
1.12. – 6.00 Uhr
Lang Lang spielt
Beethovens Klavierkonzert Nr. 1.
2.12. – 3.00 Uhr
Schönberg: Moses und Aron.
Ruhrtriennale 2009. Musikalische Leitung: Michael Boder, Inszenierung: Willy Decker. Solisten: Dale Duesing, Andreas Conrad, Ilse
Eerens, Finnur...
Schon bei seinem Amtsantritt im Januar konnte man es hören: Ungewohnt fein und transparent klang da Richard Strauss’ gigantisch instrumentierte «Elektra»-Partitur, schlank und beweglich präsentierte sich das Orchester. Unverkennbar stand da ein Mann im Graben, der sehr präzise Vorstellungen vom Klang seines Orchesters hatte – und diese auch umzusetzen wusste....
