Opernkino ohne Bild

Die Stuttgarter «Walküre» lässt als Tonkonserve Wünsche offen

Opernwelt - Logo

Prinzipiell lässt sich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, Bühnenproduktionen, die vor allem wegen ihrer szenischen Aspekte große Beachtung gefunden haben, als pure Tonkonserven zu veröffentlichen. Der Stuttgarter «Ring» von 2002/03 liegt mittlerweile bei Euroarts auf DVD vor und hat in der Filmversion ebenso viel Zustimmung gefunden wie seinerzeit die Bühnenpremieren. Augen haben schlechte Ohren, will sagen: Vom Optischen fasziniert hört auch der kritische Musikfreund leicht über vokale Unzu­länglichkeiten hinweg.

Bei einem nur akus­tischen Mitschnitt fallen solche Schwächen aber desto stärker ins Gewicht. Das hat das vor Monaten bei Naxos veröffentlichte «Rheingold» schon schmerzhaft deutlich gemacht. Aber auch die jetzt nachgereichte «Walküre» lässt nicht durchweg Freude aufkommen.
Den ersten Akt verfolgt man noch mit ­einiger Spannung, da das Wälsungenpaar mit Robert Gambill und Angela Denoke vokaldramaturgisch sehr glücklich besetzt ist und Attila Jun über die der Partie des Hunding adäquate sinistre Stimmfarbe verfügt. Doch bereits im zweiten Akt gibt es in den Auseinandersetzungen Wotans mit Fricka und Brünnhilde einige Durststrecken zu überstehen. Denn Jan-Hendrik ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2006
Rubrik: CDs, Seite 59
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Luigi Nono in Venedig

Das Faszinierende an Venedigs Musikgeschichte ist ihre Jahrhunderte überspannende Vielfalt. Es beginnt mit Vokalpolyphonie der Renaissance und reicht, mit nur wenigen Unterbrechungen, bis ins Heute. Nach dem Zwei­ten Weltkrieg erlebte das Teatro La Fenice ein Jahrzehnt wichtiger Uraufführungen: Strawinskys «The Rake’s Progress» (1951), Brittens «The Turn of the...

Idylle und Gewalt

Der Opernkomponist Nikolai Rimsky-Korsakow muss zumindest hierzulande immer noch abbüßen, dass er den Werken seines genialeren Jugendfreundes Mus­sorg­sky mit geschönter Instrumentation meinte aufhelfen zu müssen. Dabei hat Rimsky durchaus Eigenes zu bieten, so die in jüngster Zeit mehrfach gespielte anti­zaristische Märchensatire «Der goldene Hahn» oder die jetzt...

Die goldene Mitte

Eines haben viele Ausgrabungen fernab des Repertoires gemeinsam: Bei aller Freude über bislang selten gehörte Werke ist man schnell mit der Begründung bei der Hand, warum sich diese oder jene Oper doch nicht auf den Spielplänen gehalten hat. Auch bei den zahlreichen Werken, die Saverio Mercadante (1795-1870) vertonte, urteilt man schnell: Nicht nur zeitlich lag er...