Ravel: L'Enfant et les sortilèges; Knussen: Where the Wild Things Are

Hagen

Opernwelt - Logo

Nach Siegfried Matthus’ «Die unend­liche Geschichte» in der Spielzeit 2003/2004 setzt das Theater Hagen nun seine Anvancen an die Jugend erfolgreich fort: Die neue Saison begann mit den beiden thematisch eng verwandten Einaktern «L’Enfant et les sortilèges» von Ravel und Oliver Knussens «Wo die wilden Kerle wohnen». Die Regie lag in den Händen Ricardo Fernandos und seines Ausstatters Olaf Zombeck, die für beide Werke jeweils stimmige Lösungen gefunden haben. Bei Ravel dominiert das Leichte, Filigrane.

Die Rechnung, dem singenden Personal tanzende Doppelgänger zur Seite zu stellen und diese mit leicht identifizierbaren Drahtgestellen zu schmücken, geht auf. So werden auch die nicht gesungenen Revue-Zwischenspiele kurzweilig überbrückt. Manchmal verharrt das Konzept allerdings ein wenig im Braven, dafür gefällt der konsequente Verzicht auf die Versuchungen des Kitsches.
Oliver Knussens «Wilde Kerle», uraufgeführt 1984 in London, sind erstmals auf einer nordrhein-westfälischen Bühne zu erleben. Mit simplen Tricks aus der Requisitenkiste entsteht ein eindring­liches und, im Gegensatz zu Ravel, pralleres Bühnenbild. Clou des Abends sind aber die Kostüme der Wilden Kerle. Fünf riesige, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 52
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Mut der Verzweiflung

Alexander von Zemlinsky ist in der argentinischen Kapitale so gut wie unbekannt. Von seinen wichtigen Werken war in Buenos Aires lediglich die «Lyrische Symphonie» zu hören (1997). Die Maeterlinck-Lieder, die Quartette, das Trio – all dies harrt nach wie vor einer Aufführung. Das Gleiche galt bis vor kurzem für Zemlinskys Opern. Erst der ehemalige Colón-Intendant...

Des Pudels Kernspaltung

Er ist der Mann für die tönende Zeit­geschichte, doch John Adams legt Wert darauf, keine «CNN-Opern» zu schreiben, auch wenn er schon «Nixon in China» zum Tanzen aufgefordert hat. Mit «The Death of Klinghoffer» brachte er einen Terrormord palästinensischer Extremisten an einem jüdischen US-Bürger auf die Bühne und sich selbst wegen vermeintlich antisemitischer...

Mit Publikumsbeteiligung

Demokratischer als zur Eröffnung der neuen Spielzeit am Teatro «G. B. Pergolesi» in Jesi in der Adria-Region Marken hätte es in einem Opernhaus nicht zu­gehen können. Wann bietet sich Pre­mierenbesuchern sonst die Möglichkeit, selbst darüber zu befinden, welche Ouvertüre den Auftakt zum Abend geben sollte? Kurz vor Beginn durften die Zuschauer das Stück ihrer...