Kölner Opernfunde
Im zurückliegenden Jahr feierte das Kölner Opernhaus am Offenbach-Platz seinen 50. Geburtstag. In einer klingenden Hommage, die das Schweizer Label Relief in Zusammenarbeit mit der Oper und dem WDR herausgebracht hat, wird die jüngere Geschichte des Hauses als eine Geschichte seiner bedeutendsten Sänger erzählt. Dass die klangliche Chronik im Jahr 1983 gleichsam abreißt, dürfte dabei nicht von ungefähr kommen, denn Tondokumente gibt es auch aus den Jahren danach.
Von den hier vorliegenden einunddreißig Titeln wurden nur sechs live in der Kölner Oper aufgenommen, bei dem Rest handelt es sich um Produktionen des WDR. Der Verlust an Authentizität wird wettgemacht durch eine reichere Repertoire-Palette. Heute hat man nur selten Gelegenheit, Stücke wie Chabriers «Die Bildungslücke» (Une Education manquée), Maillarts «Das Glöckchen des Eremiten» oder Gounods «Le Tribut de Zamora» kennenzulernen.
Paukenschlagartig beginnt die Sammlung mit einem Fundstück, das jahrzehntelang im Magazin des Senders geschlummert hatte: Beim Silvesterkonzert 1951 sang die zweiundzwanzigjährige Anny Schlemm unter der Leitung von Hans Knappertsbusch die Arie der Saffi aus dem «Zigeunerbaron» mit hinreißendem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der «Ring»-Zyklus der Vlaamse Opera geht auf die Zielgerade zu. Und im Verlauf der dritten Etappe, im «Siegfried», ist nun deutlich geworden, dass Wagners Götter- und Menschensaga hier ganz im Bann der Cyber-Ära steht. Zur Erinnerung: Das «Rheingold» spielt in einer Server-Zentrale, der Schatz selbst ist ein Superchip. Wotan leitet eine Computerfirma, die wie...
In den Wochen vor Weihnachten schätzen Opernhäuser vor allem ein Elixier: Das Geld soll in den Kassen klingeln. Meist suchen sie dieses Ziel mit einem zarten Lächeln und einem Schuss eskapistischer Romantik zu erreichen. Das funktioniert normalerweise schon ganz gut, wenn «L’elisir d’amore» auf dem Spielplan steht. Doch diesmal ging die Royal Opera in London auf...
Verglichen mit Alberto Franchettis «Germania» und Vittorio Gnecchis «Cassandra» – Kirsten Harms‘ jüngsten Ausgrabungen an der Deutschen Oper Berlin – ist Eugen d’Alberts «Tiefland» geradezu ein Herzstück des Repertoires. Tatsächlich erwacht das 1903 uraufgeführte und 1905 zur gängigen Fassung überarbeitete Musikdrama nur sehr allmählich aus seinem...
