Entrückte Diva

Janácek: Die Sache Makropulos Innsbruck / Tiroler Landestheater

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Es mag sein, dass diese Frau etwas ganz anderes ist. Keine Untote, die durch die Zeitalter geistert, dabei «Hunderte Kinder» hinterlässt, wie sie selbst behauptet – und fast ebenso viele gebrochene Herzen. Irgendwann steigt Emilia hier die kleine Showtreppe hinauf, breitet den Reifrock aus wie das Gefieder eines prächtigen Vogels, umkränzt von einem Koronagitter. Und sichtbar wird: eine Ikone, eine zum anbetungswürdigen Denkmal stilisierte Diva, nicht mehr von dieser Welt, entrückt in eine surreale Dimension.

Sehr nachvollziehbar ist das bei einem Werk, das ja «nur» Historisches als Folie braucht, in Wahrheit aber um die großen Lebenssinnfragen kreist – und sich dabei gern auch in den eigenen Handlungsfäden verheddert.

Noch nie ist «Die Sache Makropulos» am Tiroler Landestheater aufgeführt worden. So ganz trauen sich die Innsbrucker nicht ans Original. Man spielt zwar die kritische Neuausgabe, die im Herbst 2014 erstmals in München zu hören war, aber in der neuen deutschen Übersetzung von Kerstin Lücker. Leos Janáceks Sprachmelodie wird da nachgespürt, vor allem aber gibt es ein paar Modernismen bis Flapsigkeiten: Das Konversationsstück wird vorsichtig ins Heute geholt – und ist ...

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Opernwelt April 2016
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Markus Thiel

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