St. Gallen: Einbruch des Anderen

Wagner: Der fliegende Holländer (St. Gallen / Theater)

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Mit einem Schrei der Senta wird der Zuschauer in die Pause entlassen. Der Regisseur Alexander Nerlich legte sie auf den Beginn des Finales zum zweiten «Holländer»-Akt, wo der geheimnisvolle Mann erstmals in Sentas Blickfeld tritt, genauer: wie von einer unsichtbaren Macht auf die Bühne geworfen wird. Nerlich geht es in dieser Geschichte vor allem um den Einbruch des Unheimlichen, Irrationalen in das Dasein der biederen Fischerleute, was deren Welt gehörig aus den Fugen geraten lässt.

Erik, der Verschmähte, wandelt sich vom selbstmitleidigen Liebhaber zur tragischen Figur; Arnold Rawls verleiht ihr Züge echter Verzweiflung. Das Dorffest zu Beginn des dritten Akts – die von Michael Vogel glänzend vorbereiteten Chöre aus St. Gallen und Winterthur machen es zu einem musikalischen Höhepunkt des Abends – läuft aus dem Ruder. Während zuvor die Mädchen, gouvernantenhaft angeleitet von Mary (Susanne Gritschneder), brav ihre Lieder gesungen haben, wird es nun turbulent; der Steuermann etwa, den Nik Kevin Koch mit hellem Tenor singt, geistert als tumber Freier durch die Szene, einige Figuren tauchen plötzlich doppelt auf, als sei die Wahrnehmung gestört. Nur Daland (Matt Boehler), diese ...

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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Max Nyffeler

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