Gedankensplitter
Träume. Theater hat immer etwas von Traumwirklichkeiten. Grundsätzlich ist «Alice in Wonderland» ein Traum und ein Traumgeschehen. Insofern liegt es nahe, Carrolls Traumbuch zu dramatisieren, also in Bilder, in eine Bühnenwirklichkeit und ein handlungsstringentes Geschehen zu transformieren.
Ich denke, das Musiktheater eignet sich dafür optimal, und zwar deshalb, weil Musik in Beziehung zur Bilderwelt, zur Sprache und zum Figurenspiel eine eigene Dimension aufweist und das Geschehen in vielfältiger Weise kontrapunktieren, kommentieren, charakterisieren und auch «brechen» kann.
Man kann sich eigentlich nur wundern, dass bislang noch niemand auf die Idee gekommen war, «Alice» in ein Musiktheaterstück zu übertragen. Wir wissen, dass György Ligeti sich mit diesem Stoff beschäftigte. Unsuk Chin als seine Schülerin hat sich sicher davon inspirieren lassen und dabei vermutlich auch davon profitiert, dass sie als Koreanerin in Europa und Deutschland in verschiedenen Wirklichkeiten zu Hause war und ist.
Innovation. Wenn man mit «innovativ» bestimmte neue Materialien oder Techniken meint, dann hat Unsuk Chins Partitur keine ausdrücklichen Innovationen aufzuweisen. Was ihre Partitur ...
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Nun, der Regisseur Herheim ist sich des etymologischen Ursprungs seines Berufes bewusst: Das lateinische «regere» bedeutet so viel wie...
Die Beziehung zwischen einem Intendanten und seinem Haus führt, nicht anders als bei Ehepaaren, manchmal zu einer seltsamen Form von Mimikry: Das Selbstverständnis eines Fünfhundert-Personen-Betriebs verdichtet sich dann, so kommt es einem vor, nicht nur in der Person des Chefs, sondern sogar in bestimmten Details seiner Kleidung. Die legendäre Lederweste Götz...
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