Himmelstürmer
Bonjour Frankreich! Ein besseres Motto lässt sich für die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci kaum denken. 16 Tage und Nächte lang erinnerten zahlreiche Künstler nicht nur an den Geist einer Verständigung, für den repräsentativ der intellektuelle Diskurs von Friedrich II. und Voltaire gestanden hat, sondern machten einem interessierten Publikum noch einmal all das anschaulich, worauf sich die Kultur, aber auch das gegenwärtige Erscheinungsbild der Stadt letztlich gründet.
Einen Monopteros, wie Antoine Fontaine ihn auf die Bühne des Hans Otto Theaters zaubert, findet man auch auf dem Ruinenberg nördlich von Schloss Sanssouci, und wenn auf dessen Stufen heutzutage auch kein Pygmalion mehr verzweifelt, kann man sich Anders J. Dahlin durchaus als einen Bildhauer vorstellen, dem die eigene Schöpfung nicht mehr aus dem Kopf will. Das Haar verstrubbelt, die Beine in einer verschmierten Jeans, das Hemd knallbunt, unter dem tätowierte Arme schimmern, wirkt er in der Inszenierung von Natalie van Parys zunächst wie ein etwas zu lang geratener Schlaks, den möglicherweise ganz einfach die Sonne gestochen hat. Wie anders wäre der plötzliche Lichteinfall zu erklären, der auf einmal seine Skulptur ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Hartmut Regitz
Am Brunnen vor dem Tore da steht ein Lindenbaum: Ich träumt’ in seinem Schatten so manchen süßen Traum. Bei Prosa spielt der Zeilenumbruch keine Rolle, bei poetisch gestalteter Sprache ist er entscheidend. Haben Sie die vier Verse mit dem Reim erkannt? Ja sicher, aber Sie kannten Wilhelm Müllers Dichtung, nicht wahr?
In CD-Booklets und Programmheften werden...
Ein einziges Mal wird ungalant gezoomt. Das Gesicht von Antje Bitterlich ist fast formatfüllend. Doch die Miene ist entspannt, die Zunge liegt locker im Mund, auch ohne Ton wäre klar: Was für eine herausragende Königin der Nacht! Sophie von Österreich als sternflammende Mutter, Franz Joseph I. als Tamino (Jörg Dürmüller), Sisi als Pamina (Susanne Bernhard) und...
Ronald Harwoods «Quartetto», benannt nach Verdis «Rigoletto»-Quartett aus dem dritten Akt («Un dì, se ben rammentomi»), wurde bereits 1999 in London uraufgeführt. Doch erst die Verfilmung durch Dustin Hoffman (2012 mit Maggie Smith) ließ auch deutsche Sprechbühnen zugreifen und den Mut fassen, die Casa Verdi-Variante aufs Programm zu setzen. Es geht um vier alte...
