Rossini von der besten Seite
Mit der zweiten Premiere der Saison, dem «Barbiere di Siviglia», ist dem neuen General Manager der Met, Peter Gelb, nach der ständig ausverkauften neuen «Butterfly» in der Inszenierung Anthony Minghellas ein weiterer Coup gelungen: Für die erste Aufführungsserie waren bereits am Tag nach der Premiere keine Karten mehr zu bekommen – bei Preisen bis zu 375 Dollar pro Platz. Und das lag nur zum Teil an der hochkarätigen Besetzung, die derzeit in den drei Hauptpartien kaum zu überbieten sein dürfte.
Der «offizielle» Superstar dieser Produktion war Juan Diego Flórez, der in schneidiger spanischer Uniform von Plakaten herablächelte und durch TV-Werbespots stiefelte. Der peruanische Beau sang die Partie des Almaviva so geschmeidig, so leichtfüßig, so stilsicher, so elegant, wie ihm das heute keiner nachmacht. Er ließ reichlich Charme fließen, bewies sein komödiantisches Talent, war vom Scheitel bis zur Sohle der verliebte Aristokrat. Trotzdem blieb er, das war die Überraschung des Abends, lange im Schatten seiner Kollegen Diana Damrau und Peter Mattei. Nur ganz am Schluss holte Flórez auf, weil er dort das bei den meisten Tenören der letzten einhundertneunzig Jahre gestrichene Rondo ...
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Was wird in diesem minutiös nachgebauten, von Sonnenlicht durchfluteten Wiener Kaffeehaus des 19. Jahrhunderts mit seinen vom Zigarrenrauch der Jahrzehnte angegilbten Putz wohl gespielt? Lessings «Minna», die in einem Wirtshaus beginnt? Eine Nestroy-Komödie? Schnitzler? Oder doch eine Mozart-Oper? Mit kleiner, separater Bühne ist dieser Ort ausgestattet, einer...
Noch stehen ein paar Bauzäune um Santiago Calatravas «Palau des les Arts Reina Sofía» in Valencia. An Maschengittern hängen große Plakate, darauf ein Mädel im Biedermeier-Kostüm, energisch die Arme ausbreitend: «Shhhh ... comienza la ópera». Also doch. Vor einem Jahr, bei der «offiziellen Eröffnung» mit einem Galakonzert, konnte bloß ein kurzer Blick in jene...
Den mehr als vierzig komischen Opern Domenico Cimarosas stehen sechzehn Opere serie entgegen. Davon war «Gli Orazi e i Curazi» seine viertletzte. Geschrieben für Venedig anno 1796 wurde sie zur Erfolgsoper – vornehmlich auf italienischen Bühnen – und als solche kontinuierlich verunstaltet. Bei jeder Neuproduktion wurde die Partitur den jeweiligen Erfordernissen...
