Scherz, Satire, Poesie und tiefere Bedeutung

Opera Rara präsentiert Auszüge aus dreiundzwanzig vergessenen ­Bühnenwerken Jacques Offenbachs

Opernwelt - Logo

Scherz, Satire, Poesie und tiefere Bedeutung
Opera Rara präsentiert Auszüge aus dreiundzwanzig vergessenen ­Bühnenwerken Jacques Offenbachs

Offenbachianer werden die neue 2-CD-Box «Entre Nous. Celebrating Offenbach» des englischen Entdecker-Labels Opera Rara mit einem lachenden und einem weinenden Auge zur Hand nehmen. Einundvierzig Auszüge aus dreiundzwanzig kaum oder gar nicht bekannten Bühnenwerken sind besser als nichts.

Aber wäre ein vollständiges Werk nicht vorzuziehen? Indem man Offenbach auf schöne Melodien reduziert und den Dramatiker herunterspielt, geht der Musik viel von ihrer Doppelbödigkeit verloren. Es ist nicht seine Schuld, wenn sich im Lauf der über zweieinhalbstündigen Blütenlese Ermüdungserscheinungen einstellen.
David Parry und das makellose London Philharmonic Orchestra haben die Exzerpte insgesamt auf hohem Niveau eingespielt: gewissenhaft, um Witz bemüht, gelegentlich etwas glatt. Bei den Damen setzt Opera Rara neben jungen Stimmen auf langjährige Mitstreiterinnen (Yvonne Kenny, Jennifer Larmore, Diana Montague, Elizabeth Vidal), bei denen man über manchen Verschleißmangel hinweghören muss. Eine erfreuliche Überraschung sind die Tenöre Loïc Félix, ­Colin Lee ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2007
Rubrik: CDs, Seite 53
von Boris Kehrmann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Aus dem Elysium

Monteverdi, Cavalli, Vivaldi, Galuppi, Goldoni – sie alle haben in der Serenis­sima gelebt und ihre Meisterwerke geschaffen. Kaum eine Stadt kann sich einer solchen Vielzahl von großen Namen der Musik- und Theaterwelt des Barock rühmen wie Venedig. Das Teatro «La Fenice» ist sich dieses außergewöhnlichen Erbes bewusst: In der letzten Saison gab es zum...

Logenplatz für die Kleinen

Blättert man die aktuellen Monatsblätter deutschsprachiger Bühnen durch, drängt sich der Eindruck auf, dass die Kleinen inzwischen die Größten sind. Kein Haus, das es sich noch leisten könnte, den minderjährigen Nachwuchs bei der Programmgestaltung zu übergehen. Und die ­Angebotspalette ist so farbig wie bei den «Alten» – sie reicht von Bearbeitungen bekannter...

Schwacher Einstieg

Ulrich Peters hat zu Beginn seiner Intendanz am Gärtnerplatztheater auf einen großen Namen gesetzt und mit dem siebzigjährigen Alfred Kirchner (dessen Inszenierung der «Soldaten» 1987 in Frankfurt ebenso unvergessen ist wie sein «Lohengrin» auf dem Campingplatz in Oslo) dennoch nicht das große Los gezogen. An zwei zentralen Figuren wird die Crux der Inszenierung...