Italienische Reise

Chemnitz, Nicolai: Il templario

Opernwelt - Logo

Ein unbekannter Ritter hat beim Turnier von Ashby den als unbesiegbar geltenden Briano geschlagen. Nun erwartet er den Lorbeerkranz, überreicht von der schönen Rovena. Briano unterlag, weil er einen Augenblick lang abgelenkt war, als er die schöne Jüdin Rebecca im Publikum erblickte. In sie ist er verliebt, seit er sie in Palästina sah. Prompt beginnen die Probleme. Denn Rebecca liebt den geheimnisvollen Sieger. Der aber liebt Rovena, die auch ihn liebt. Briano entschließt sich, Rebecca zu entführen. Der unbekannte Ritter befreit sie umgehend.


Liebhaber alter Mantel- und Degen-Filme wissen es längst: Der unbekannte Ritter ist Vilfredo d’Ivanhoe. Diesmal taucht er in Gestalt eines lyrischen Tenors in ­einer italienischen Oper auf. Otto Nicolai hat während seines Rom-Aufenthalts in den 1830er Jahren die er­folg­reichsten Opern der Zeit gründlich studiert und beherrscht das (in Deutschland verpönte) Vokabular virtuos. Die Versatzstücke schiebt er originell hin und her, jagt seine Protagonisten durch Arien und Ensembles, die mal à la Bellini, mal à la Donizetti, mal aber schon nach Verdi klingen. Hauptvorbild ist Saverio Mercadante, der erfolgreichste italienische Opernkomponist um ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2008
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Uwe Friedrich

Vergriffen
Weitere Beiträge
Theatermusik für alle

Es waren starke Worte, die die Hamburger anno 1728 von der Bühne ihres Opernhauses zu hören bekamen: «Adel ohne Tugend Zier / kommt mir wie ein Storchnest für. / Denn auf hoher Bäume Wipfeln / und der höchsten Häu­ser Gipf­feln / hat der Storch zwar sein Quartier / Übrigens hingegen tauget / gar zu nichts das ganze Tier.» Deutlicher als in dieser Arie des Rates...

Lange nicht gesehen

Es muss nicht immer der Kanon sein. Auch in den Moskauer Opernhäusern bemüht man sich um die Werke, die man im Mainstream vergeblich sucht. Gleich drei Produktionen legten davon Zeugnis ab.
Am Musiktheater Stanislawski und Nemirowitsch-Dantschenko (MTSNM) stand «Die Mainacht» von Rimsky-Korsakow auf dem Spielplan. Nicht gerade ein Meisterwerk, aber ein...

Händel: Tamerlano

Auf der Riesenbühne des Nationaltheaters ein kleines Barocktheater nachbauen zu wollen, ist schlicht absurd. Aber da Münchens neuer «Tamerlano» mit Drottningholm koproduziert wurde, verfielen Regisseur Pierre Audi und Bühnen- und Kostümbildner Patrick Kinmonth auf die Idee, einfach ein paar grüne, gold­verzierte Portalhänger in den Bühnenraum einzupassen. Dazu...