Auf dem Prüfstand

Davids «Herculanum», Barbers «Vanessa», Donizettis «Maria de Rudenz» bei der Wexford Festival Opera

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Auch 2016 stehen wieder drei Raritäten auf dem Spielplan des Wexford Festivals. Die erste dürfte CD-Afficionados längst bekannt sein: Félicien Davids «Herculanum» kam letztes Jahr in einer Edition des Palazzetto Bru Zane auf den Markt (siehe OW 11/2015). Uraufgeführt wurde das Stück 1859 in Paris – als einzige Grand Opéra eines Komponisten, an den man sich heute eigentlich nur wegen seiner ode symphonie «Le Désert» erinnert, eines Werks, das dem im Frankreich des 19. Jahrhunderts ungemein populären Exotismus gehörigen Auftrieb verschaffte.

«Herculanum» spielt in der Tagen vor der Zerstörung der römischen Stadt durch den Ausbruch des Vesuv (samt musikalischer Eruption). Klingt potenziell spannend – ist es aber nicht. Die Musik wirkt weder besonders originell noch besonders eingänglich. Und das Ganze ist entschieden zu lang: Geschlagene vier Stunden sitzen die Wexforder Premierengäste im Theater, dabei hat man das Ballett schon gestrichen. Ausstatter Jamie Vartan staffiert Stephen Medcalfs stringente Inszenierung im Empire-Stil aus. Als Heidenkönigin Olympia macht Daniela Pini Eindruck. Bei ihrem Versuch, den Christen Hélios (hervorragend: Andrew Haji) zu verführen und Lilia (Olga ...

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Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von George Hall

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