Dekonstruktion als Konstruktion
Man wüsste es ja wirklich gern, was den Zauber der Musik ausmacht, von dem alle sprechen. Fredrik Zeller auch, sagt er zumindest. Magie und Musik will er kombinieren und hat darum ein «Musiktheater» geschrieben – wie sich in letzter Zeit die neuen Werke für die Opernbühne gern nennen –, das den schönen Titel «Zaubern» trägt. Es wurde als Auftragskomposition der Schwetzinger Festspiele im Rokokotheater uraufgeführt. Eine nacherzählbare Geschichte hat sich der Lachenmann-Schüler als sein eigener Librettist natürlich nicht ausgedacht.
Als roter Faden führt die Figur eines Magiers durch fünf Szenen, die sonst dramaturgisch nicht zusammenhängen. Es beginnt mit dem «Gescheiten Hans», einem Märchen der Brüder Grimm. Hans ist ein tumber Kerl. Er braucht für alles, was er in der Welt Neues entdeckt, von seiner Mutter eine Gebrauchsanweisung. Prompt wendet er diese auf alle anderen Situationen an und scheitert so kläglich: Eine Nadel soll Hans sich an den Ärmel stecken, damit sie nicht verloren geht. Das Nächste, was ihm seine Freundin Gretel jedoch schenkt, ist ein Messer, und er sticht sich damit – folgsam Kind – in den Arm. Was dieser hochkomplizierte Text über Sprache und Verstehen, über ...
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Mit der dritten Lieferung ist Kopenhagens «Ring»-Zyklus endlich im neuen Opernhaus angekommen – und dieser Szenenwechsel hat Regisseur Kasper Bech Holten und seinem Team neue Möglichkeiten eröffnet.
Nach einem «Rheingold», das in den zukunftsseligen, ausschweifenden Zwanzigern, und einer «Walküre», die in den Fünfzigern angesiedelt ist, hat man sich mit «Siegfried»...
Unter den Komponisten seiner Generation, die man historisch der «giovane scuola» zuordnet, war Francesco Cilea (1866-1950) schon zu Lebzeiten ein Außenseiter. Sein Nachruhm gründet sich auf eine einzige Oper, «Adriana Lecouvreur» (und auf die populäre Tenorarie «È la solita storia» aus «L’Arlesiana»). An «Gloria», sein letztes Bühnenwerk, hat er selbst nicht recht...
Für Volker Klotz ist «Der Zigeunerbaron» der Modellfall einer Operette auf Abwegen, gezeichnet vom «überanstrengten Pathos und Sentiment», ein anachronistisches Werk, das weit hinter Offenbach zurückfällt, im Grunde also eine missglückte Große Oper. Dass sie musikalische Qualitäten hat, die über das Genre hinausweisen, steht nicht im Widerspruch zu dieser...
