Gute Nachricht
Als er noch nicht der große Meister war, sondern ein kleiner Kapellmeister mit hochfliegenden Plänen, saß Richard Wagner eines Abends – es wird 1838 gewesen sein – in seiner Rigaer Wohnung und war angeregt von zwei Büchern. Das eine bot Erzählungen von Wilhelm Hauff, darunter das «Gespensterschiff».
Das andere konfrontierte ihn mit dem Roman über einen idealistischen römischen Volkstribun, der als Fanatiker der Demokratie aufsteigt, den Terror des Adels bricht, aber die Dynamik der Masse unterschätzt: Am Ende wird er von jenem Pöbel gesteinigt, dem er eine gute Zukunft verschaffen wollte.
Während das «Gespensterschiff» an diesem Leseabend in Wagners geistige Werft einfuhr und sie später als «Fliegender Holländer» bis heute ruhmreich verließ, versandete die fünfaktige Oper «Rienzi, der Letzte der Tribunen» nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Trockendock der Rezeptionsgeschichte. Es lag ein Stigma auf dem Werk: Adolf Hitler hatte es als Initialzündung seines politischen Denkens bezeichnet.
Daraus ließe sich möglicherweise ein inszenatorischer Clou stricken. Im Theater Krefeld verlegt Regisseur Matthias Oldag die Oper mit dem Ziel des beißenden Polit-Thrillers aus dem mittelalterlichen ...
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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Wolfram Goertz
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Linz
feiert mit der Eröffnung seines neuen Musiktheaters ein kulturelles Großereignis. 1200 Zuschauern bietet der Große Saal Platz, 32 Meter Durchmesser hat die Drehbühne. Eröffnet wird, unter anderem, mit einer Uraufführung: Philip Glass hat sich mit Peter Handkes «Spuren der Verirrten» beschäftigt.
«Eugen Onegin»
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