Aus dem Geist der Sprache

Simon Keenlyside über sein Verhältnis zu Mozart, die Bedeutung des Liedgesangs und seine sängerischen Vorbilder

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Mit Mozart fing alles an: Als Figaro-Graf debütierte der englische Bariton Simon Keenlyside 1987 an der Hamburger Oper. Inzwischen gilt er längst als einer der bedeutendsten Vertreter seines Fachs und hat sich neben den wichtigen Mozart-Rollen auch das italienische und französische Repertoire erobert. Zuletzt wurde Keenlyside in der Titelrolle von Debussys «Pelléas» bei den Salzburger Festspielen sowie in der Berliner Philharmonie von Publikum und Kritik enthusiastisch gefeiert.

Herr Keenlyside, Sie haben ge­rade Ihren zweiten Don Giovanni aufgenommen und eine ganze Aufführungsserie in der Züricher Neuinszenierung absolviert. Ist Mozart ­eigentlich immer noch das Zentrum Ihres Repertoires?
Keineswegs. Zu viel Mozart wäre sogar frustrierend für mich, weil ich da nur die Hälfte meiner Stimme einsetzen kann. Tatsächlich sind deutlich weniger als die Hälfte meiner Auftritte Mozart gewidmet. Ich selbst sehe mich ohnehin nur zur Hälfte als Opernsänger – die andere Hälfte ist für den Liedgesang reserviert. Dass ich in Deutschland eher für meinen Mozart bekannt bin, liegt einfach daran, dass ich hier nicht viel anderes gesungen habe.

In der Züricher Produktion pflegt Franz Welser-Möst einen ...

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Opernwelt September/Oktober 2006
Rubrik: Interview I, Seite 56
von Jörg Königsdorf

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