Made in Vienna and America
Leonie Rysanek war ein Bühnentier, das sich in der Sterilität des Studios nicht ausleben konnte. Deshalb geben ihre Schallplattenaufnahmen nur einen vagen Eindruck ihres Künstlertums. Umso wertvoller sind die Mitschnitte ihrer Theaterauftritte, die in den letzten Jahren verstärkt und auch ganz legal auf den Markt gekommen sind. Die Vibrationen ihres dramatischen Temperaments vermitteln sich da auch über das akustische Medium.
Orfeo hat auf zwei CDs einen Zusammenschnitt ihrer Auftritte an der Wiener Staatsoper veröffentlicht, der sechsunddreißig Opernjahre dokumentiert, von der Tatjana 1955 (noch im Theater an der Wien) bis zur Küsterin 1991. Dazwischen liegen einige ihrer wichtigsten Bühnenrollen: Aida, Tosca, Santuzza, Ortrud, Kundry, Ariadne, Salome und schließlich die Kaiserin in «Die Frau ohne Schatten», hier vertreten in gleich drei Produktionen aus mehr als zwei Jahrzehnten; die erste (1955) und die letzte (1977) fanden unter Karl Böhms Leitung statt, dazwischen lag die eigenwillige Karajan-Einrichtung von 1964. Vergleicht man die Aufnahmen, so stellt man fest, dass die Zeit der Stimme nichts anhaben konnte.
Nicht alles ist neu in dieser Sammlung, einige Mitschnitte ...
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Es wäre sicher ein spannendes Unterfangen, die einzelnen Stränge des Blaubart-Stoffes zu verfolgen, von Charles Perraults erster bekannter schriftlicher Fixierung im Jahr 1697 über die von Grétry vertonte Fassung Michel-Jean Sédaines im Revolutionsjahr 1789, über den deutschen Ludwig Tieck bis hin zu Maurice Maeterlinck, der die Vorlage für Paul Dukas’ 1907...
Dass skandinavische Wagner-Stimmen die besten seien, ist ein Klischee. Oder? Zum Abschluss der Stockholmer «Ring»-Tetralogie mit «Götterdämmerung» (alias «Ragnarök») glaubt sich der Zugereiste in einen Jungbrunnen kraftschöpfender, so charaktervoller wie textverständlicher Wagner-Virtuosen versetzt.
Das liegt auch daran, dass Dirigent Gregor Bühl für die naturhaft...
Claude Debussys einzige Oper gehört mehr als hundert Jahre nach ihrer Entstehung noch immer zu den großen Herausforderungen des Musiktheaters. Jossi Wieler und Sergio Morabito haben in ihrer zuletzt in Stuttgart gezeigten Inszenierung (siehe OW 6/2007) das am «Kreuzungspunkt von alltäglicher Rede und depressivem Schweigen» (Julia Kristeva) angesiedelte Stück...
