Grüße vom Gänsemarkt
Mit einer Neuinszenierung von Händels «Almira, Königin von Castilien» schrieb das 1980 gegründete, alle zwei Jahre stattfindende Boston Early Music Festival im Juni die Tradition fort, wenig bekannte Barockopern im Licht aktueller Entwicklungen auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis vorzustellen. Die erste Oper des Komponisten, 1705 am Hamburger Gänsemarkt Theater uraufgeführt, war in den Vereinigten Staaten auf der Bühne quasi nie zu sehen, von einer halbszenischen Aufführung im Foyer eines New Yorker Hotels 2012 einmal abgesehen.
Überhaupt setzte das Festival unter dem Motto «Youth, Genius and Folly» einmal mehr auf Raritäten. Neben der Wiederaufnahme eines Charpentier-Abends mit der Pastorale «La Couronne de fleurs» und der unvollendeten Kammeroper «La Descente d’Orphée aux enfers» in einer halbszenischen Arbeit von Gilbert Blin, Regisseur-in-Residence, die Charpentiers Position im Schatten Lullys thematisiert, standen Auftritte und ein Meisterkurs von und mit Emma Kirkby sowie ein Kammermusikabend, dessen Attraktion eine von Mozart gespielte Geige und Bratsche aus dem Salzburger Mozarteum waren – auch dies eine amerikanische Premiere.
Was «Almira» betrifft, so hatte ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Rebecca Schmid
Salzburg
Wagner bei den Salzburger Festspielen, das war eher selten – und meist etwas Besonderes. Etwa als Toscanini «Die Meistersinger» dirigierte. Im Wagner-Jahr 2013 nimmt sich nun Daniele Gatti dieses Stück vor, Stefan Herheim (Foto) inszeniert. Michael Volle singt den Hans Sachs, Roberto Saccà den Stolzing.
Aix-en-Provence
Wenn Patrice Chéreau Oper inszeniert,...
Erfolgreiche Wiederbelebungen barocker Opern haben in Glyndebourne Tradition: zunächst mit Werken von Cavalli und Monteverdi in den 1960er- und 1970er-Jahren, ab Mitte der Neunzigerjahre dann mit Händel- und zuletzt mit Purcell-Opern. Auch in diesem Jahr setzte die Festival-Leitung diese programmatische Linie fort und wartete zum ersten Mal mit einer Oper von...
Erfreulich viel hat sich in Sachen Massenet seit den Pioniertaten von Richard Bonygne getan. Fast vier Jahrzehnte nach dessen verdienstvoller «Thérèse»-Aufnahme ist jetzt eine beglückende Neueinspielung der veristischen Kurzoper herausgekommen, mit Alain Altinoglu an der Spitze des Orchesters der Oper von Montpellier, in der luxuriösen Edition der Stiftung...
