Kostümkunde
Der Lütticher Opernintendant Stefano Mazzonis di Pralafera gibt auf die Frage nach seinem ästhetischen Grundkonzept gerne augenzwinkernd zu Protokoll, er führe ein italienisches Opernhaus in Belgien. Will sagen, ein Haus, das sich konservativen Lesarten der Gattung verpflichtet sieht und sich damit bewusst und mit hoher Auslastung abgrenzt gegen seine Kollegen in Antwerpen und Brüssel. Nun ist Liège aber auch kein Hort der Restauration, Pralafera lässt, klug wie er ist, durchaus moderne Regiehandschriften zu.
Aber was ihm eigentlich am Herzen liegt, zeigt er in seinen eigenen Inszenierungen, wie nun in einer mit Lausanne koproduzierten «Anna Bolena», die als Besetzungstrumpf Olga Peretyatko als Rollendebütantin in der Partie der Titelheldin präsentiert.
Gary McCann wuchtet mit großer Geste und maximalem Auf- und Umbauaufwand ein historisches Schlossambiente auf die Bühne: dunkel getäfelte Wände, meterhohe Kerzenleuchter, schweres Mobiliar, gemalte Ausblicke in ideale Landschaften, später eine mächtige Eiche in herbstlichem Laub, am Ende kahles Wintergeäst. Fernand Ruiz steckt das gesamte Personal in üppige Kostüme der Tudor-Zeit – sogar die Umbaustatisten sind historisch korrekt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Regine Müller
«Reason in madness» nennt die Sopranistin Carolyn Sampson ihr neues Liedalbum. Das nimmt Bezug auf einen Aphorismus von Friedrich Nietzsche: «Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber auch immer etwas Vernunft im Wahnsinn.» Ausgehend von Shakespeares Ophelia greift Sampson hier musikalische Psychogramme des weiblichen Wahnsinns auf. Vertonungen oder...
alpha
23.06. – 20.15 Uhr
Offenbach: «Les contes d’Hoffmann»
Bayerische Staatsoper (2014)
ML: Carydis, I: Jones, S: Damrau, Villazón, Conners, Relyea, Brower, von der Damerau, Reß, Power, Stephinger
arte
02.06. – 17.40 Uhr
Werke von Monteverdi, Malvezzi, Gagliano, Caccini
Aus dem Spiegelsaal von Schloss Versailles
ML: Pichon, S: Desandre, Zaïcik, Richardot, Gonzalez...
Herr Stölzl, Sie sind ein Regisseur und Bühnenbildner des «think big». Gewaltiger als auf der Bregenzer Seebühne geht es ja nun nicht mehr ...
Stimmt. Ich überlege wirklich, was danach noch kommen soll. Vielleicht war’s das nun? Aber im Ernst: Ich hatte immer davon geträumt, in Bregenz zu arbeiten. Mit Anfang 20, als Bühnenbildassistent an den Münchner...
