Sallinen: Kullervo
In den Tagen der Uraufführung von Aulis Sallinens Oper «Kullervo» 1992 brannten in Los Angeles, wo die finnische Nationaloper zu Gast war, die Straßen: Unter Jugendlichen brach sich die aufgestaute Frustration in Zerstörungen Bahn. Das Produktionsteam empfand damals diese Ereignisse wie einen Fingerzeig auf die Aktualität des neuen Stücks.
Sallinens Oper basiert auf der finnischen Tragödie «Kullervo» des Dramatikers Aleksis Kivi, die den mythisch-düsteren Stoff dem finnischen Nationalepos «Kalevala» entnommen hat.
Die Oper erzählt die Stationen des tristen Lebenswegs eines Jungen, der, Opfer von Bruderkrieg und Sippenhass, buchstäblich gebrandmarkt als Sklave gehalten und verkauft wird. Begleitet von seinem Freund, der ihm eine Spur an Mitleiden und Menschlichkeit zeigt, findet Kullervo zwar zu seinen Eltern zurück. Unfähig, sich in dieser Welt voller Gewalt und Hass zurechtzufinden, geht er den Weg der Vernichtung indes weiter, um schließlich seinem Leben eine Ende zu setzen.
Um die Alltäglichkeit der Geschichte zu verdeutlichen, wie sie sich etwa in den Banlieues französischer Städte eben erst abgespielt haben könnte, schufen Dieter Kaegi und Christoph Wagenknecht eine triste ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zwischen Farce und Drama liegt manchmal nur ein Augenblick. Ist die Stimmung gerade noch heiter überdreht, funkt plötzlich das böse Schicksal dazwischen und bringt alles auf Tragödienkurs. Die Lacher verstummen, die Mienen verdunkeln sich. Die Lust am schrillen Unsinn schlägt jäh in depressiven Tiefsinn um. Und doch kommt die Nähe des scheinbar Disparaten nicht...
Wenn Zürich jetzt Händels «Orlando» von 1733 herausgebracht hat, wünscht man sich, dass Alexander Pereira die beiden anderen Händel-Opern nach Ariost, nämlich «Ariodante» (1734) und als Wiederaufnahme «Alcina» (1735) folgen lassen möge, um alle drei dann zu einer Trilogie zusammenzuschließen (nach dem Vorbild der Zürcher römischen «Kaiser»-Trilogie mit Monteverdis...
Zwei thematische Schwerpunkte annoncierten Rainer Pöllmann und Margarete Zander, die von den Veranstaltern DeutschlandradioKultur respektive RBB-Kulturradio eingesetzten Köpfe der achten Ultraschall-Saison: Werke der zeitgenössischen Musikszene Polens und Arbeiten des 1980 verstorbenen Klangforschers Franco Evangelisti, einst neben Berio und Nono zur wichtigsten...
