Strauss: Der Rosenkavalier
Wie jemand, der aus dem «Wozzeck» ein globalisierungskritisches Drama gemacht hat, den «Rosenkavalier» inszeniert, wäre schon sehenswert gewesen. Allein, die Komische Oper entband den angekündigten Richard Jones vom Dienst an Strauss. Begründung: Konzept zu teuer, der Hausherr macht‘s billiger. So sprang Andreas Homoki ein und überarbeitete mit Bühnenbildner Frank Philipp Schlößmann die gemeinsame, sieben Jahre zurückliegende «Rosenkavalier»-Inszenierung aus Basel.
Nun mangelt es Berlin sicher an manchem, aber nicht an «Rosenkavalieren»: Die Deutsche Oper hält Götz Friedrichs Dekonstruktion von 1993 im Repertoire, die Staatsoper bietet Nicolas Briegers Deutung von 1995 an. Erstaunlicherweise gleicht die Version von Homoki/ Schlößmann zunächst der von Brieger und Raimund Bauer: Ein dezentes Rokoko-Ambiente in Weiß gibt der «Komödie für Musik» Raum.
Aber in dem «Wie« liegt ja bekanntlich der ganze Unterschied. Der entpuppt sich als beträchtlich, ohne die Frage nach dem Sinn eines dritten «Rosenkavaliers» wirklich zu beantworten. Der Raum wird zur Seelen-Zelle, der Octavian vergeblich zu entfliehen versucht. Erst wenn der Sänger als übernatürliches Wesen auftritt, öffnet sich alles und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Orlando» wurde am 20. August 1720 im Privattheater des Prinzen von Torella in Neapel uraufgeführt. Das Besondere an dieser Premiere: Die Titelpartie sang ein damals noch unbekannter Sänger, der später als Farinelli Weltruhm erlangen sollte. Er war Schüler des Komponisten Nicola Porpora. Dieser war damals vierunddreißig Jahre jung und hatte bereits sieben Opern...
Mit seiner letzten Stuttgarter Arbeit als Dramaturg hat Klaus Zehelein, zusammen mit der erstmals in Deutschland inszenierenden flämischen Regisseurin Monique Wagemakers, zum großen Befreiungsschlag ausgeholt und ein gleichermaßen beliebtes wie missachtetes Repertoirestück, Puccinis «Madama Butterfly», von allen musikalischen Unter- wie szenischen Überforderungen...
Mitte März: Spätabends schleicht eine Gruppe junger Menschen durch die Luther-Stadt Wittenberg, bepackt mit Beuteln und Taschen, und lässt in jeden verfügbaren Briefkasten ein Stück Papier hinabtauchen. Wer sich am nächsten Morgen dieses Stück Papier zu Gemüte führte, dürfte einigermaßen überrascht gewesen sein. Nicht etwa ein Werbezettel, sondern ein Flyer...
