Die Ecke, nicht der große Kreis

Was Barrie Kosky sich für die Oper der Zukunft wünscht

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Utopie Nummer 1: Ich träume von einer Zukunft, in der das System internationaler Koproduktionen, dieser ganze internationale Opern-Supermarkt zusammenbricht. Dann werden wir uns daran erinnern, was wirklich wichtig ist: statt Allgemeingültigem etwas ganz Spezielles zu erschaffen, mit speziell ausgewählten Künstlern an einem speziell ausgewählten Ort für ein ganz spezielles Publikum.

Wir sollten den Ensemblegedanken zu schätzen wissen, ebenso wie den Schöpfungsakt einer Neuinszenierung, und das nicht allein von der Konzeption bis zur Premiere, sondern für die gesamte Lebensdauer einer Produktion. […] Unser Ziel sollte das Lokale sein, nicht das Globale. Die Ecke, nicht der große Kreis. Das eigene Haus, nicht die Straße.

Utopie Nummer 2: Ich träume von einer Zukunft, in der ein internationales, von den Vereinten Nationen unterstütztes Verbot für das Wort «Regietheater» verhängt wird. Dann werden wir uns daran erinnern, was wirklich wichtig ist: etwas gemeinsam zu erschaffen.
Die Kraft des Dialogs, der Zusammenarbeit, der grundlegenden Team-Arbeit zu schätzen. Sich darauf zu besinnen, dass die beste Arbeit in einem Opernhaus nicht der Erfolg einer einzelnen Person oder eines Modells ...

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Opernwelt Jahrbuch 2010
Rubrik: 50 Jahre «Opernwelt», Seite 101
von Barrie Kosky

Vergriffen
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