Mit der Brechtstange
Irgendwann während dieser Aufführung scheint es, als ob nicht Waffen und Wut gegen widrige Verhältnisse helfen, sondern allein Dezibel. Gegen die Bastionen der Mächtigen anschreien, das ist auch eines der Prinzipien, die Gottfried von Einem bei der Vertonung von «Dantons Tod» beherzigte. Es ist also sehr laut im Gärtnerplatztheater.
Das hat nicht nur zu tun mit dem grellen Sound, den Dirigent Anthony Bramall im Graben entfesselt, oder mit dem später zusätzlich vom Rang powernden Chor, mit den wackeren Solisten, sondern auch mit Sona MacDonald in der staatstheaternden Sprechrolle als Julie: Der Dramentext Georg Büchners reichte Regisseur Günter Krämer nicht, es mussten andere Texte des frühvollendeten Autors mit hinein.
Während Gärtnerplatz-Chef Josef E. Köpplinger an der Wiener Staatsoper gerade Historisches nachpuzzelte und über eine Variante von «Les Misérables» kaum hinauskam (siehe OW 5/2018), setzt Kollege Krämer auf Abstraktion und Reduktion. Der Regisseur erliegt dem Brecht-Reiz des Stücks und vertraut auf ein kühles Agitprop-Theater, das über die üblichen Modernismen (Dantons Handy) nur ein bisschen ins Stolpern gerät. Vor Beginn werden rote Pamphlet-Zettel an die ...
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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Markus Thiel
alpha
02.12. – 20.15 Uhr
Bach: h-Moll Messe
Chor des BR
09.12. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Berg und Bruckner
Chor des BR
16.12. – 20.15 Uhr
Hengelbrock dirigiert Mozart
30.12. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Dvořák
arte
03.12. – 00.40 Uhr
Mozart: Die Zauberflöte
Théâtre La Monnaie, Brüssel
ML: Manacorda, I: Castellucci, S: Bretz, van Ingelgem, Noldus, Karthäuser,...
Medea. Allein der Name provoziert, irritiert, spaltet den, der ihn in den Mund nimmt. Ruft Entzücken wie Entsetzen hervor, lässt das Herz beben, die Seele erzittern. Medea. Ein Hall von Assoziationen begleitet sie auf ihrem Weg, folgt der Eumeniden Erfüllerin, auf ihrer Spur: der Spur des Todes. Denken wir an Medea, schiebt sich unweigerlich eine Frage ins Feld...
Als ein «Lebenswerk» hat der Dirigent Michail Jurowski das Projekt bezeichnet, den «Moses» von Anton Rubinstein der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Im vergangenen Herbst führte er in Warschau die Polnische Sinfonia Iuventus und eine umfangreiche Chor- und Solistenriege konzertant durch das dreieinhalbstündige Werk, das in einem an Bibelfilme...
