Märchenwald, Mysterienspiel, Mummenschanz
Alberto Zedda, der immer noch ansteckend vitale Künstlerische Direktor des Rossini-Festivals, kann sich glücklich schätzen, in seiner Talentschmiede jedes Jahr begabten Belcanto-Nachwuchs hervorzubringen. Den Spitzenplatz ersang sich in diesem Jahr der blutjunge Tenor Francesco Meli. Seine Stimme steht der von Juan Diego Flórez an Koloraturengeläufigkeit in nichts nach, ist aber weniger eng geführt, besitzt zudem mehr Farben und Wärme als die seines südamerikanischen Kollegen, dessen Karriere ebenfalls in Pesaro begann.
Nun sang der aus Genua stammende Sänger, der schon an der Scala auf sich aufmerksam machte, seine erste tragende Rossini-Partie. In der Neuinszenierung der frühen opera semiseria «Torvaldo e Dorliska», die Mario Mortone zum Auftakt des Festivals im schönen alten Teatro Rossini in Szene setzte, riss Meli das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Das Sechs-Personen-Stück, das in einer nicht näher beschriebenen hinterwäldlerischen Gegend Nordeuropas spielt, ist eine Rettungsoper mit fast der gleichen Personenkonstellation wie Beethovens «Fidelio», betont allerdings weniger den politischen als erotischen Hintergrund und hat buffoneske Einlagen, von denen die ...
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Leyla Gencer lässt sich nicht entmutigen. Bei ihrem tosend umjubelten Auftritt am Schlussabend der «Leyla Gencer Voice Competition» (in der zum Komplex des Topkapi gehörenden ehemaligen byzantinischen Kirche der Hagia Eirene) wirkt die zerbrechlich gewordene, aber noch immer voll innerer Energie sich zeigende Doyenne ein wenig wie Claire Zachanassian. Doch sie ist...
