Mit Pizzi zu neuen Ufern?
Krisen haben zuweilen ihr Produktives. Sie sind, wie die Chinesen zu sagen pflegen, «Gefahr» und «günstige Gelegenheit» zugleich. Eine solche Krise hat das Macerata Festival im letzten Herbst durchlebt. Nun ist es als «Sferisterio Opera Festival» wiedererstanden. Der neue Intendant heißt Pier Luigi Pizzi. Er folgt Katia Ricciarelli, die nach schweren Zerwürfnissen über riskante Programmierung und nackte Madonnen auf der Bühne nach nur zwei Saisons – wie man in Wien sagen würde – «gegangen wurde».
Im November stand die Zukunft des Festivals auf Messers Schneide.
Es gab massive finanzielle Probleme, und eine Zeit lang war unklar, ob das Festival 2006 überhaupt stattfinden würde. Bis sich Pizzi, der in Macerata zum ersten Mal 2004 («Hoffmanns Erzählungen») inszeniert hatte, dazu überreden ließ, zumindest für ein Jahr – inzwischen sogar bis 2008 – die künstlerische Leitung zu übernehmen und mit dem von ihm als «lächerlich» bezeichneten Budget von 3,7 Millionen Euro die diesjährige Saison zu bestreiten. Neben Mozarts «Zauberflöte» hat der fünfundsiebzigjährige Regisseur Puccinis «Turandot» selbst in Szene gesetzt, Verdis «Aida» aufgeführt und konzertante Nachmittage im kleinen Teatro ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wenn der ewig neugierige Nikolaus Harnoncourt und der ungewöhnlich rasch in die Spitze aufgestiegene Regisseur Claus Guth sich eines Werkes annehmen, darf man alles erwarten, nur keine Routineaufführung. Die Herausforderung wächst umso mehr, je repräsentativer der Ort der Präsentation ist, und welcher Ort wäre für Mozart angemessener als Salzburg mit seinen...
Wisst ihr, wie das ward? Just zur Zeit, da Tankred Dorst sich für den Grünen Hügel um den «Ring» mühte – was je nach Standpunkt des Betrachters zu altersweiser oder naiver Exegese führte –, präsentierte der abgesprungene Lars von Trier auf der Homepage seiner Produktionsfirma das, was hätte sein können: Ein «Ring» wie ein Film Akira Kurosawas als...
Das einzige Bühnenwerk des vor allem als Geiger berühmt gewordenen rumänischen Komponisten George Enescu hat nach der erfolgreichen Pariser Uraufführung 1936 nur noch vereinzelte Reprisen, vor allem in Frankreich und Rumänien, erlebt. Um so größer war das Erstaunen, als 1989 bei EMI eine Gesamtaufnahme herauskam, die «Oedipe» als ein Hauptwerk der Oper des 20....
