Prokofjew: L'Amour des trois Oranges
Das häufige Erscheinen in den Spielplänen und die Beliebtheit von Sergej Prokofjews «Liebe zu den drei Orangen» beweist, wie groß das Bedürfnis nach Opernheiterkeit ist. Diesem Verlangen kommt das Stück in vier Akten und zehn Bildern nebst Prolog perfekt nach. Buffawitz, Ironie, turbulente Vorgänge, Tempo, Spontaneität beherrschen die Bühne. Nur keine Psychologie, bitte, keine langen Arien und ausgedehnte Ensembles: Fasse dich kurz – der einstige Telefonhäuschenappell hat hier unverändert Gültigkeit.
Auch in der Amsterdamer Inszenierung von Laurent Pelly läuft alles wie am Schnürchen ab. Das im Libretto imaginierte Kartenspiel wird wörtlich genommen: Schnelles Mischen, Ausspielen, Ramschen, Kassieren und wieder Mischen sind angesagt. Spielkarten in allen Größen umstellen die Szene, Kartenhäuser werden aufgebaut und krachen wieder zusammen. Der Mensch mitten drin: eine kleine Pik-Sieben oder ein Herzbube – wie der Prinz, der nicht lachen kann, dann doch lacht und als Belohnung eine hübsche Prinzessin heimführen darf. Laurent Pelly ist ein Regisseur der schnellen, leichten, dabei unerhört präzisen Hand. Er weiß Pointen zu setzen, in Bewegung, Mimik, Gestik. Immer ist Spaß auf Pellys ...
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Die Zeiten sind vorüber, in denen Asiens große Festivals reine Import-Betriebe für Klassik aus dem Westen waren. In Singapur ist diese Tendenz derzeit besonders deutlich zu besichtigen. Stolz ausgestattete Museen feiern die eigene Geschichte, multimedial aufgedonnerte Ausstellungen begeben sich auf die Suche nach der eigenen Identität, und auch das Singapore Arts...
Dem emphatischen Fortschrittsglauben, den die an Arnold Schönberg und der Zweiten Wiener Schule orientierte musikalische Moderne lange zelebrierte, der Theorie einer kontinuierlichen, gleichsam naturgesetzlichen Fortentwicklung des Materials ist Hans Zender stets mit wacher Skepsis entgegengetreten. Besonders das serialistische Primat integrativer, in sich...
Das gibt es nicht alle Tage: ein «Tristan», der – bildreich und spannend inszeniert – wie in einem einzigen Augenblick vorüberzuziehen scheint. Ein großartiger Erfolg am Mariinsky Theater. Regisseur und Bühnenbildner Dmitri Tcherniakov erzählt die Geschichte, als betrachteten wir einen Bergman-Film. Treffsicher umreißt er psychologische Motivation, modelliert die...
