Outsider von heute
An «La Bohème» führt kein Weg vorbei; Puccinis Oper muss man einfach lieben. Ein Rührstück, gewiss, aber eines, dessen emotionale Kraft auch heute noch ungebrochen ausstrahlt. Im Theater Basel wird es unterstrichen durch das Sinfonieorchester der Stadt, das unter der Leitung der neuen Basler Musikdirektorin Kristiina Poska seine Funktion voll ausspielt – in herrlich opulentem Sound, bisweilen etwas laut, aber mit farblichen Reizen, wie sie gewöhnlich nicht zu hören sind. Der Akzent auf dem Instrumentalen unterstreicht, dass es in «La Bohème» durchaus nicht nur die Singstimme gibt.
Dass dieser Irrglaube noch immer zu den Rezeptionsmustern gehört, erwiesen die Reaktionen des Premierenpublikums, das auch in den zartesten Momenten mit lautstarkem Beifall in die abschließenden Passagen einfiel.
Wer zuhörte, konnte nicht nur ein sinfonisch aufrauschendes Orchester, sondern auch eine Besetzung erleben, die sich in mancher Hinsicht den hergebrachten Erwartungen entgegenstellte. Cristina Pasaroiu stellt eine sensible, wenn auch alles andere als unterwürfige Mimì vor; ihrem Schicksal ergibt sie sich mit eigenem Stolz. Davide Giusti wiederum erscheint als ein Rodolfo von lyrischer Qualität ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Peter Hagmann
Griechische Nationaloper
Rund 620 Millionen Euro hat sich die Stiftung des Reeders Stavros Niarchos für ein 2016 eröffnetes Kulturzentrum am Stadtrand von Athen kosten lassen. Seitdem residiert dort die Griechische Nationaloper, die nun mit Bergs «Wozzeck» ihre Bemühungen um die klassische Moderne fortsetzt. Wir sind dabei
Zwischen den Feldern
Seine...
Hanns Eisler, bekannt für seine scharfe Zunge (deretwegen ihn sein geistiger Ziehvater Arnold Schönberg gerne «übers Knie gelegt» hätte), machte in seiner Kritik am reaktionären gesellschaftlichen Verhalten in der Musik auch vor den großen Meistern nicht halt.
Im Gespräch mit Hans Bunge bemerkte er, «dass selbst bei (…) Mozart noch das Klirren der Teetassen und...
Unsere Wege haben sich leider viel zu spät gekreuzt. Ich war immer voller Bewunderung für seine Arbeit, und auch er fragte mich bei dem ersten Zusammentreffen, warum es so lange gedauert habe. Das war 2016 in München, bei den Proben zu Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» an der Bayerischen Staatsoper. Da sprang eine spontane Sympathie über, die vielleicht...
