Frei sein
Frau Crebassa, Mozarts Sesto ist in letzter Zeit zu einer Ihrer wichtigsten Rollen geworden. Sie haben die Partie 2017 in der Salzburger Neuproduktion von «La clemenza di Tito» unter Teodor Currentzis gesungen, wenige Monate später in einer von Dan Ettinger geleiteten Wiederaufnahme der Willy Decker-Produktion im Pariser Palais Garnier. Waren das, musikalisch betrachtet, zwei verschiedene Welten?
Das kann man wohl sagen. Aber ich muss vorsichtig sein. In Salzburg gab es natürlich eine lange Probenphase, da lernt man sich gut kennen.
In Paris waren für die Wiederaufnahme nur sechs Probentage angesetzt. Und ich hatte vorher nie mit Dan Ettinger gearbeitet. Insofern vergleiche ich hier Äpfel mit Birnen. Zu Teodor Currentzis kann ich aber schon einiges sagen. Er ist ein Musiker, der sehr eigenwillige, besondere Vorstellungen hat. In Salzburg konnte er die mit seinem eigenen Orchester und Chor umsetzen. Ich meine damit gar nicht die Striche und Ergänzungen, die er gemeinsam mit dem Regisseur Peter Sellars einführte. Sondern die Tatsache, dass er die Musik, die Partitur zu einer sehr persönlichen Sache macht. Der Salzburger «Titus» klang für mich barock, die Tempi waren ungewöhnlich, es ...
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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Interview, Seite 52
von Albrecht Thiemann
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Herr Kowaljow, Sie haben als Mechaniker und bei der Feuerwehr gearbeitet, sind auch Soldat gewesen. Sind Sie rein zufällig professioneller Sänger geworden?
Es kam zunächst für mich überhaupt nicht in Frage. Von 1987 bis 1989, also noch zu Sowjetzeiten, diente ich für die Rote Armee am Nordpol und hatte das Kommando über 34 Soldaten. Eigentlich wollte ich meine...
Dass an Finanzbeamten auch Gutes sein kann, suggeriert schon das Neue Testament. Denn «Zöllner» Zachäus, ein die Juden im Namen Roms ausblutender Steuereintreiber, erlebt nach Lukas 19, 1-10 seine Metanoia und verschenkt die Hälfte des Besitzes an die Armen. Und auch der Pariser Steuerpächter Le Riche de La Pouplinière übte Wohltätigkeit: Zwar gab er nicht gleich...
