Weg mit den bunten Wundertüten

Das Beste für den Nachwuchs: Ravels «Das Kind und der Zauberspuk» an der Komischen Oper Berlin

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Ob «L’Enfant et les Sortilèges», Ravels «Fantaisie lyrique» eine Kinderoper ist, da­rüber lässt sich trefflich streiten. Nicht zu Unrecht wird heute vermutet, dass Ravel und seine Textdichterin Colette mit ihrem singenden Hausrat und klagenden Getier um einen künstlerischen Ausdruck rangen, der das Grauen des Ersten Weltkriegs ästhe­tisch fassen konnte. In der Perspek­tive der kindlichen Titelfigur wachsen die Gestalten aus Wohnzimmer und Garten zu bedroh­licher Größe an, sind selbst für die ­Augen und Ohren von Erwachsenen manch­mal schwer erträglich.

An der Komischen Oper werden keineswegs Kriegs­assozia­tionen geweckt. Doch die Inszenierung dieses Stücks entsprang auch nicht dem Willen zu pseudokindlicher Harmlosigkeit und buntem Naturalismus. Die Regisseurin Jetske Mijnssen und ihre Ausstatterin Mirella Weingarten zeigen die Welt des Kindes karg, in kühlem Blau. Sie reduzieren das Wohnzimmer des ersten Bildes auf eine kreisrunde weiße Spielscheibe, die im folgenden Bild zum riesigen Mond in ­einem nächtlichen Garten wird.
Wohl nicht zuletzt die prekäre finanzielle Ausstattung des Hauses an der Berliner Behrenstraße erzwingt bescheidene Lösun­gen. Sie erfordern indes ...

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Opernwelt Dezember 2007
Rubrik: Magazin, Seite 30
von Matthias Nöther

Vergriffen
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