Molto Apassionato

Der Tenor Andreas Schager singt in Hamburg Wagners Rienzi

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 Aus Wagners Briefen geht hervor, dass er für das, was er als «die gemeinte Idealität des Affekts» bezeichnete, nicht weniger forderte als Selbstaufopferung. Der Gesangspädagoge Otto Iro sprach darob von «völliger Unkenntnis der Grundgesetze menschlicher Stimmfunktion». Wie maßlos Wagners Anforderungen waren, zeigte eine konzertante Aufführung des Rienzi, mit der Simone Young in der Hamburger Musikhalle ihr Wagner-Jahr eröffnete.

Die Musikhalle erwies sich als viel zu klein für die von der Dirigentin zugespitzten Klangmassierungen der Blechbläser oder der molto appassionato anbrandenden Chorszenen. Sich dagegen durchzusetzen, verlangte Ricarda Merbeth als Irene und Katja Pieweck in der mörderischen Partie des Adriano die letzten Energiereserven ab.

Umso erstaunlicher, wie glorios sich Andreas Schager als Rienzi behauptete. In dieser Partie hatte am 20. Oktober 1842 mit Joseph Tichatschek der erste Heldentenor die Bühne betreten. «Der besondere Tenorklang Tichatscheks blieb mir für alle Zeiten maßgebend und mag dazu beigetragen haben», so Wagner 1875, «dass ich – was ich später öfters bereute – die führenden Partien in meinen Werken für diese Stimmgattung geschrieben habe.» Auf den ...

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Opernwelt März 2013
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Jürgen Kesting

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