Tschaikowsky: Eugen Onegin
Onegin trägt seine Sinnsuche in den Zuschauerraum, auf einen um den Orchestergraben gelegten Laufsteg. Sechsundzwanzig sei er, singt er gegen die Säule einer Parterreloge gelehnt, und das Nichtstun kotze ihn an. Ein Besucher in jener Loge fühlt sich angesprochen und zieht sich zurück ins Dunkel. Unangenehm betroffen. Nicht Onegins Schicksals wegen, sondern weil er in die Bühnenhandlung quasi physisch hineingeholt wird. Er möchte offensichtlich die Erzählebene nicht mit der Rezeptionsebene verwechselt sehen.
Gerade diese Kommunikation, das Durchbrechen der «vierten Wand» war jedoch bereits vor zehn Jahren in Leipzig Anliegen der szenischen Auslegung von Tschaikowskys «Lyrischen Szenen» durch Peter Konwitschny. Nun hat er sie für Bratislava aufbereitet. Dort mag solches neu gewesen sein, obwohl die Behauptung, in der slowakischen Hauptstadt werde Oper noch unreflektiert «vom Blatt» gespielt, von Regisseuren wie, pars pro toto, dem experimentierfreudigen Martin Bendik längst widerlegt wurde.
Zwar war Konwitschnys Musiktheater durchaus neu für das Slovenské Národné Divadlo. Doch schien das Vorfeld auch dank des Wirkens des Dramaturgen Vladimír Zvara gut beackert: Einige Interviews ...
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Im Foyer des Theaters an der Wien gleich neben dem Kartenbüro ist jenes Zimmer eingerichtet, in dem Beethoven wohnte, als er für den Direktor Schikaneder dessen Drama «Vestas Feuer» in Musik zu setzen suchte, und später, als er unter Schikaneders Nachfolger Zitterbarth am «Fidelio» für die Uraufführung des Werks im Jahre 1805 arbeitete.
Zweihundert Jahre danach bot...
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Am Ende singen sie doch noch. Geradezu erlösend wirkt der vokale Glücksmoment, den Isabel Mundry in ihrer «Odyssee» dem Helden und seiner Gattin Penelope vergönnt: Eine späte zwischenmenschliche Tonwerdung, an der auch die Vergänglichkeit dieser Begegnung nichts ändern kann. Denn obwohl Odysseus anschließend weiterziehen muss, hat er durch die Überwindung der...
