Glück, das uns verbleibt
Es könnte Zufall sein. Es könnte aber auch sein, dass Erich Wolfgang Korngolds (Alb)-Traumoper «Die tote Stadt» nach beinahe 100 Jahren Einsamkeit wieder vermehrt auf den Spielplänen zu finden ist, weil sie sich gewissermaßen a posteriori dem kühl-flüchtigen Rationalismus der Postpostmoderne mit flackernd surrealer Magie widersetzt. Und weil sie uns in jene Sphäre des Unzugänglichen, Vagen, Süffigen lockt, nach der sich das (im Westen) hyperaufgeklärte, digital formatierte und streng fortschrittsgläubige 21.
Jahrhundert vermutlich gerade deshalb sehnt, weil es diese Sphäre wohl auf immer verlassen hat, die Fülle verspricht, Sinnlichkeit, unverstellte Sehnsucht – und eine Prise Anarchie. Sich auf den Traum einzulassen, so hat es der Philosoph Christoph Türcke einmal bestechend hellsichtig formuliert, «heißt in den Untergrund gehen, jeglichen festen Halt preisgeben, den das Establishment eingeschliffener Sitten und Gewohnheiten, Wahrheiten, Wahrnehmungs- und Denkformen zu bieten pflegt, und abtauchen in jene Vorzeit, jene disparate, diffuse halluzinatorische Empfindungs- und Bilderwelt, aus der menschliche Kultur sich einst mühsam erhoben hat».
Korngolds «Tote Stadt» bietet uns ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Jürgen Otten
Allzu oft bekommt man ihn nicht zu sehen, den «Ring» an der Met. Im April und Mai traten Nibelungen, Götter und Kohorten nach sechsjähriger Pause wieder an. Am Pult stand mit Philippe Jordan ein in New York selten anzutreffender Gast. Zur gespannten Erwartung trug auch Michael Volle bei, der nach seinem Rollendebüt als Wanderer im ersten der beiden Met-Zyklen auch...
Nebel lastet auf Cornwall, tiefe Trübsal, auswegloser Schmerz. Schwer atmet die Musik, beinahe so, als wäre sie zu Eis erstarrt, als gäbe es kein Morgen mehr. Doch kein Orchester spiegelt, in den uns bekannten, chromatischen Seufzern, diese Tristesse, sondern ein Klavier. Und deswegen ist es eben auch nicht jener irische Küstenort, an dem, tödlich verwundet,...
alpha
01.07. – 20.15 Uhr
Alpha-Retro: Bayerischer Festspielsommer 1963
Feature über die «Festspiel-Inflation» in Bayern. Angefangen hatte alles auf dem Grünen Hügel in Bayreuth. 1963 gab es bereits die Opernfestspiele in München, die Europäischen Wochen in Passau – und vieles mehr: Gerhard von Ledebur reiste für seine Dokumentation u. a. nach Feuchtwangen, Waal,...
