Verlorene Paradiese

Strauss: Daphne Toulouse / Théâtre du Capitole

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Um ein Haar wäre der Traum geplatzt. Schon lange wollte Hartmut Haenchen sein Strauss-Portfolio um die 1938 in seiner Geburtsstadt Dresden uraufgeführte «Daphne» bereichern. Frédéric Chambert, Intendant des Théâtre du Capitole in Toulouse, hat ihm den Wunsch erfüllt. Eine mutige Entscheidung, zählt doch das Spätwerk des bajuwarischen Maskenkünstlers, zumal in der südfranzösischen Metropole, nicht gerade zu den Kassenschlagern.

Obendrein verlor Haenchen kurz vor Probenbeginn drei Solisten: Die als Apoll respektive Leukippos vorgesehenen Tenöre Alfred Kim und Maximilian Schmitt meldeten sich krank, die als Daphne engagierte Camilla Tilling stieg kurz vor Ultimo aus. Schließlich fiel auch noch die Premiere einem Streik der am Theater beschäftigten intermittents zum Opfer (siehe auch Seite 4).

Turbulente Verhältnisse, die selbst einen erfahrenen, philologisch fundierten Perfektionisten (der zum Beispiel auf die rohen, in die Holzbläseridylle des Anfangs dröhnenden Töne eines Alphorns besteht) aus dem Tritt bringen könnten. Doch nichts dergleichen: Das Orchestre national du Capitole hielt beim zweiten Anlauf die Spannung, bahnte sich mit freiem Atem Wege durch das wuchernde Terrain der ...

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Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Albrecht Thiemann

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