Was heißt Register?

Grundbegriffe des Gesangs, Teil 2

Opernwelt - Logo

Das Bedürfnis, die menschliche Stimme terminologisch in verschiedene Register einzuteilen, rührt daher, dass bei einer Stimme, die über mehrere Oktaven geführt wird, verschiedene Bereiche akustisch zu unterscheiden sind, besonders deutlich bei unausgebildeten Stimmen. Schon im mittelalterlichen Musikschrifttum findet man Hinweise auf eine Dreiteilung der «vox humana» in «vox pectoris», «vox gutturis» und «vox capitis», die man, wohl dem Resonanzempfinden entsprechend, verschiedenen Körperbereichen – Brust, Kehle und Kopf – zuordnete. Seit dem 18.

Jahrhundert ist der Begriff «Register» zur Unterscheidung unterschiedlicher Stimmfunktionen gebräuchlich. «Diese Benennung ist», so kann man in Johann Friedrich Agricolas Kommentar zur Gesangslehre Pierfrancesco Tosis lesen, «von den sogenannten Registern oder Stimmen in der Orgel entlehnet. Sie will so viel sagen: es klinge, als wenn man einige Töne auf einem, und einige Töne auf einem andern, von vorigem unterschiedenen, Orgelregister spielete.»

Tosi und andere Gesangstheoretiker des 18. Jahrhunderts unterschieden im Wesentlichen zwischen zwei Registern: Bruststimme («voce di petto») und Kopfstimme («voce di testa»), wobei Letztere aber ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2010
Rubrik: Serie – Grundbegriffe Gesang, Seite 54
von Bernhard Richter, Thomas Seedorf

Vergriffen
Weitere Beiträge
Komponieren heute

Seit rund 60 Jahren werden mit Computern Töne erzeugt, spielt die digitale Klangerzeugung und -bearbeitung nicht nur in Jazz und Pop, sondern auch in den elektronischen Studios der Neuen Musik eine wichtige Rolle. Ob in Baden-Baden (SWR) oder Berlin (TU), Köln (WDR) oder München (Siemens) – wer sich «auf die Suche nach noch nie gehörten Klängen» machte (um den...

Tanz mit dem Tod

Dass der Tod ein Wiener ist, wissen wir spätestens seit Georg Kreisler. Aber eine wienerische Italienerin? Regisseur Tobias Kratzer vollbringt diesen Spagat, indem er die Intrigantin Annina als weiblichen Tod auftreten lässt, und macht gleichzeitig ihren Partner Valzacchi zu einer allegorischen Verkörperung der Zeit – zwei Figuren aus dem Umkreis des...

TV-Klassiktipps November 2010

ARTE
1.11. – 0.30 Uhr
Es wird einmal gewesen sein.
Dokumentarfilm von Anca Miruna Lazarescu über John Cages Musikstück «Organ2/ASLSP».

1./17./25./29.11. – 6.00 Uhr
Garrick Ohlson spielt Chopin: Klavierkonzert Nr. 1.

1.11. – 22.05 Uhr
Janácek: Aus einem Totenhaus.
Aix-en-Provence 2007. Musikalische Leitung: Pierre Boulez, Inszenierung: Patrice Chéreau. Solisten: Olaf Bär,...