Nicolai Gedda ist auch dabei
Noch heute sind die Burg von Turku in der Nähe des südlich gelegenen Hafens und der Dom am Nordrand des Zentrums Eckpfeiler einer Stadtbesichtigung.
Zwei auf Schwedisch komponierte Opern (bis 1800 war Turku als Åbo die zweitgrößte schwedische Stadt!) spiegeln die Historie an diesen zentralen Orten: «Daniel Hjort» von Selim Palmgren spielt 1599 auf der Burg und wurde 1910 im Schwedischen Theater von Turku/Åbo uraufgeführt, «Riddaren och draken» (Der Ritter und der Drachen) komponierte Mikko Heiniö zur 700-Jahrfeier des Doms im Jahr 2000 – für 2011 ist die Uraufführung einer neuen Oper aus seiner Feder in Turku geplant!
Unter Leitung von Ulf Söderblom entstand 1994 für Finlandia (0630-14912-2) eine Aufnahme von «Daniel Hjort» mit dem Turku Philharmonic Orchestra und ausgezeichneten, teils jungen Sängern wie dem sehr geschmeidig gestaltenden hohen Bariton Hans Lydman in der Titelrolle oder dem Tenor Staffan Galli als Gegenspieler Johan Fleming, Tove Åman als Sigrid, der Frau zwischen beiden Männern und Päivi Nisula als Mutter Daniels. Der siebzigjährige Nicolai Gedda ist in zwei kleineren Rollen zu hören. Eine Hauptrolle spielt das exzellente, sensibel artikulierende Turku ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Alexander von Zemlinsky ist in der argentinischen Kapitale so gut wie unbekannt. Von seinen wichtigen Werken war in Buenos Aires lediglich die «Lyrische Symphonie» zu hören (1997). Die Maeterlinck-Lieder, die Quartette, das Trio – all dies harrt nach wie vor einer Aufführung. Das Gleiche galt bis vor kurzem für Zemlinskys Opern. Erst der ehemalige Colón-Intendant...
Darauf war man gespannt: wie Nigel Lowery, kaum dass «Katrina» abgeklungen war, «seinen» Hurrikan auf Mahagonny zurasen lässt. Dass seine Arbeit an «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» bereits fortgeschritten war, als die Jahrhunderttragödie über New Orleans hereinbrach – gewiss. Dass ihm – vor lauter Schreck? – außer einer sich ängstlich zusammenrottenden und...
Wer hat nicht schon Mühe bekundet mit Strawinskys spätem Klassizismus? Wirken frühere Werke noch spritzig, funkeln dort die Anspielungen noch voller Spielwitz – in den Werken der Nachkriegsjahre wie der Oper «The Rake’s Progress» klingt Strawinskys Musik oft trocken. Dabei erscheinen die Arien und Duette im Korsett der tradierten Formen nicht selten zwanghaft. Umso...
