Wie in alten Märchen

Antwerpen | Verdi: La forza del destino

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Verdis «La forza del destino» – nach dem spanischen Schauerstück des Ángel de Rivas Saavedra zum wilden, atemlosen Musiktheater geformt – ist ein Bilderbogen des Krieges und der Blutrache, wo selbst fromme Mönche donnernde Verfluchungen ausstoßen und die Hauptfiguren untergehen: gequält, erdolcht, zerschmettert auf dem Boden einer Schlucht. Verdis «Krieg und Frieden», so hat man einmal diese Folge von Extremsituationen genannt, die im Winter 1862 in Sankt Petersburg uraufgeführt und später für die Mailänder Scala zur heute gängigen Fassung überarbeitet wurde.



Die Raserei, mit der ein spanischer Adliger aus Rachsucht gegegnüber dem Inka-Halbblut Alvaro alles zerstört, gefriert in der Lesart des Schauspiel- und Opernregisseurs Michael Thalheimer zu szenischen und emotionalen Chiffren. Den Raum ließ Thalheimer von Henrik Ahr bis zur Nacktheit entrümpeln und düster einfärben. Es wird auf einer Art Wanderbühne gespielt, hinter der im Dämmerschein ein Kreuz erkennbar ist: Symbol der Kirche, die niemanden zu schützen vermag, aber auch der Schuld, die alle zu tragen haben. Hin und wieder werden Stühle aufs Spielfeld geschoben, die blutverschmierte Schürze eines Feldarztes erinnert daran, ...

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Opernwelt April 2012
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Michael Struck-Schloen

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