Perfektion und Spontaneität
Neben Enrico Caruso dürfte der Schwede Jussi Björling der auf CD meistrecycelte Tenor der Geschichte sein. Seine zahlreichen Studioaufnahmen bei EMI und später RCA erleben immer neue Auflagen (auch bei Low-Budget-Labels), seine wichtigsten Auftritte an der Metropolitan Opera sind komplett dokumentiert, dazu gibt es zahlreiche Mitschnitte seiner Liederabende aus den letzten Jahren seiner Karriere. Neues ist da also kaum noch zu erschließen. West Hill Radio Archives hat es jetzt trotzdem versucht und – passend zwischen dem 50. Todestag (9. September 2010) und dem 100. Geburtstag (5.
Februar 2011) des Sängers – auf 4 CDs einen Zusammenschnitt seiner schwedischen und vor allem amerikanischen Rundfunk- und TV-Auftritte herausgebracht. Mit allen An- und Absagen, die Zeitkolorit einfangen und für nostalgische Stimmung sorgen, und einem kurzen NBC-Interview, in dem die Witwe Carusos den Schweden als Nachfolger ihres Mannes inthronisiert. Produktwerbung verbindet sich im Übrigen mit Hochkultur: Die «Voice of Firestone» trägt den Belcanto ins amerikanische Wohnzimmer wie die «Ford Sunday Evening Hour».
Björling-Sammler können sich freuen. Eine wirkliche Lücke schließt diese Publikation ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 23
von Ekkehard Pluta
Larina erwartet Gäste und zwängt sich, assistiert von Filipjewna, in ein viel zu eng gewordenes Kostüm. Ihr Körper vibriert in verzückter Tanzbereitschaft. Später, wenn die Landleute auftreten und ihr huldigen, legt sie eine flotte Sohle aufs Parkett. In der Inszenierung von Andrejs Zagars ist die Gutsbesitzerin eine abgedankte Theaterprinzessin, die auch auf dem...
Traumwelt: Welt der Verdrängung, des Subtextes, der Reise in Vorzeiten. Wie es sich anfühlt, diese Welt zu betreten, hat der Philosoph Christoph Türcke höchst anschaulich formuliert. Sich auf den Traum einlassen, schreibt er gleich zu Beginn seines faszinierend eigensinnigen Buches «Die Philosophie des Traums», «heißt in den Untergrund gehen: allen festen Halt...
Vor knapp dreißig Jahren machte William Christie mit seiner Einspielung auf die vierzigminütige Minioper von Charpentier aufmerksam. Seitdem wird «Actéon» meist als Seitenstück zu Purcells «Dido and Aeneas» gegeben. So verdienstvoll Christies Pioniertat gewesen sein mag, so wichtig ist es, dass jetzt eine zweite Einspielung das Stück sozusagen auf den Ist-Stand der...
