Irrgarten der Liebe
Worin liegt das Geheimnis der ungebrochenen Wirkung von Mozarts drei Da-Ponte-Opern? Vor allem wohl in dem ungeschminkten Menschenbild, das Librettist und Komponist im Zusammenklang von Wort, Gesang, Szene und Musik entworfen haben. «Konflikte» – so Ivan Nagel über die funkelnde Theatralität dieser Partituren – «dürfen hier wie nie zuvor, nie seither, sich real vollständig statt ideologisch verstümmelt zeigen».
Mozart durchtränkt den Konflikt der umhertaumelnden Geschlechter, der im Zentrum aller drei Stücke steht, mit einer aktionshaltigen Musik, die einerseits der szenischen Architektur dient, andererseits mit ihrem Formbewusstsein wie ihrer Dynamik die Prinzipien der klassischen Instrumentalmusik in den Dienst des Theaters stellt.
Die Nederlandse Opera hat in einem wahren Premierenmarathon die drei Stücke an drei aufeinanderfolgenden Tagen präsentiert. Der Vergleich zu Wagners «Ring» drängt sich auf, umso mehr, als die Stücke, in denen bereits die französische Revolution wetterleuchtet, innerhalb von vier Jahren entstanden sind. «Figaro», «Don Giovanni» und «Così» stellen allerdings keine zusammengehörige Trilogie dar, und Jossi Wieler und Sergio Morabito haben erst gar nicht ...
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