Symbole über Symbole
Es ist kalt im Staate Allemonde: Erstarrt und schneebedeckt sind die Natur und die grau-schwarz gesprenkelten Gemäuer, kalt und leblos sind die Seelen. Die Erstarrung zeigt sich in den Kostümen: Je älter die Figur, umso ähnlicher wird sie den Mauern. Stellvertretend für die zu echter Kommunikation unfähigen Kreaturen wird mit Puppen, Doppelgängern und Vervielfachungen kommuniziert, ein Lieblingselement von Rolf und Marianne Glittenberg. Letztere haben für Sven-Eric Bechtolfs Zürcher «Pelléas» traurige, symbolisch übersteigerte und darum nur schwer lesbare Bilder geschaffen.
Diese Bilder hängen nach, aber sie bleiben rätselhaft.
Mit der deutlichen Artikulation des Französischen, mit hellem Klang und schöner Balance in der heiklen Prosodie bildet Isabel Rey eine Art Gegenpol zur Vieldeutigkeit des Szenischen. Mit Rodney Gilfry ist die Rolle des Pelléas mit einem Bariton besetzt, wodurch sich die beiden Brüder im Stimmcharakter nahe kommen. Gilfry, leicht indisponiert, vermochte der emotionalsten Partie der Oper aber kaum Konturen zu geben. Eigenes Format hat dagegen die Zeichnung Golauds durch Michael Volle, der mit seiner warmen, runden Stimme das oft Düstere, Unzugängliche der ...
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Unser Bild von russischen Sängern ist vor allem von Schaljapin geprägt sowie von den rauen Kraftkehlen aller Stimmlagen, die – seit der Wende verstärkt – die westeuropäischen Bühnen erobern. Dass vor allem Petersburg bis zur Revolution eine Hochburg des Belcanto war, in der sich die italienischen Stars die Klinke in die Hand gaben und die einheimischen Künstler im...
Eine Schlüsselpassage in Luigi Nonos Proteststück «Intolleranza 1960» gehört dem Chor: «Lebendig ist, wer das Licht erwartet in den Tagen des schwarzen Sturms». Als der Chor des Saarländischen Staatstheaters das bei der Premiere im September 2004 sang – es war ein regional wie überregional gefeierter Spielzeitauftakt, nicht nur wegen der Bühne des Stararchitekten...
in Mann wie Schönbergs Moses hat es heute doppelt schwer. Nicht nur, weil es ihm, der Gottes Stimme vernommen zu haben glaubt, immer dann die Sprache verschlägt, wenn er die Botschaften des Allmächtigen unters Volk bringen will. Und auch nicht allein, weil diese Sprachnot aus der Überzeugung resultiert, dass absolute, himmlische Wahrheiten ihre Unschuld verlieren,...
