Wir hören voneinander!
«Così fan tutte» gilt ja vielen als das schwächste Stück der Mozart/Da-Ponte-Trias. Warum es also nicht mal auf den Kopf stellen, weiterdenken, variieren? Calixto Bieito hat in Basel einen «Abend ... mit Musik von Mozart» serviert. Wer hingeht, weiß, dass er die Katze im Sack gekauft hat – und will die Katze auch.
Der Graben ist abgedeckt, das Portal mit einem weißen Gazevorhang verhängt, der das
Orchester unter Ryusuke Numajiri und den Chor verbirgt. Davor ein Kingsize-Bett, in dem sich ab und zu etwas regt. Kleider, die in wilder Unordnung auf dem Boden liegen.
Aha, denken wir, alles klar: Sind sicher alle nackt, und gleich holt irgendwer irgendwem einen runter, ist ja schließlich Bieito. Aber nein. Wir steigen zu einem späteren Zeitpunkt ein: Guglielmo ist mit Fiordiligi (Iurii Samoilov und Anna Princeva), Ferrando mit Dorabella (Matthew Newlin und Solenn’ Lavanant-Linke) bereits verheiratet, man sieht’s an ihren Ringen. Offenbar sind sie in ihrer Hochzeitsnacht (schon hier erklingt der späte Jubelchor «Benedetti i doppi coniugi») auf die Idee gekommen, kreuzweise herumzuexperimentieren, und stellen nun fest, dass das ihre Beziehungen vollkommen aus den Angeln gehoben hat. Als ...
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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Wiebke Roloff
Der Ort, den sich die Birmingham Opera Company für ihr diesjähriges Großprojekt ausgesucht hat, liegt in einer rauen Gegend. Man kann bloß hoffen, dass Autoklauer bei diesem Wetter lieber zu Hause bleiben: Regen trommelt Wirbel auf Dixi-Klodächer. Die großen Zelte, die als Backstage-Bereich dienen, versinken langsam im Schlamm. Generatoren rumoren.
Innen posiert die...
Bis jetzt hat Kasper Holten, seit 2011 Direktor des Londoner Royal Opera House, in der britischen Hauptstadt eher durch seine kommunikative Art und einen guten Draht zum Publikum gepunktet als mit seinen eigenen Produktionen. Weder sein ROH-Regiedebüt mit «Eugen Onegin» noch seine «Don Giovanni»-Inszenierung konnten Zuschauer und Kritik überzeugen. Mit seiner...
Wir hatten schon so etwas geahnt. Der Buschfunk aus der Herbert-von-Karajan-Straße, die wilden Spekulationen in den Medien, die Hysterie vor dem Tag aller Tage ließen keinen Zweifel: Die Wahl des neuen Chefs bei den Berliner Philharmonikern wird eine Hängepartie mit offenem Ausgang. Thielemann oder Nelsons? Vielleicht doch Chailly? Trotz allem eine Anfrage bei...
