Aus und vorbei!

Das Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg wird zum Ende der Saison endgültig mit dem RSO Stuttgart zwangsvereint. Nach 70 erfolgreichen Jahren. Ein Wutanfall von HEINZ W. KOCH

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Anfang Mai gab es in Freiburg ein kleines Festival. Vier Abende. Auf dem Programm: Kurtág und Webern, Messiaen und Bernd Alois Zimmermann, Varèse und, zum Schluss, der c-Moll-Stoß von Beethovens «Fünfter». Eine Wahl mit Bedacht. Das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, wie es seit einer Weile etwas holprig heißt, feierte Geburtstag: 70 stolze Jahre. Niemand kann die Zahl der Uraufführungen herzählen, die wir diesem Parade-Orchester der Neuen Musik verdanken. Sind’s 300, sind’s 400? Noch mehr? Aus und vorbei. Zum Ende dieser Spielzeit wird das Ensemble plattgemacht.

Wer bisher nicht wusste, was Zynismus ist – jetzt weiß er’s. Man kann den empörenden Vorgang auch gewählter in Worte kleiden: Das Orchester wird mit dem Radio-Sinfonieorchester, dem Stuttgarter Ensemble des SWR, fusioniert. Aber eben auf Teufel komm raus, ohne dass man je von triftigen künstlerischen Argumenten für diese Zwangsvereinigung gehört hätte. Es geht allein ums Geld. Um zehn Millionen Euro, die der Sender pro Jahr einsparen will. Obwohl die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten so viel Gebührengelder einnehmen wie nie zuvor. Obwohl 30 000 Unterschriften gegen die Fusion gesammelt wurden. Obwohl ...

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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Heinz W. Koch

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