Tschaikowsky: Mazeppa
Es gibt Opern, die sind richtige Opern. Leidenschaft, Verrat, Folter, Wahnsinn, Totschlag, die große Schlacht, zärtliches Atemholen bei der stillen, lyrischen Liebe, sanftes, ergreifendes Sterben. Tschaikowskys «Mazeppa» ist so eine Oper. Der Hintergrund, nach einem Poem Puschkins, ist historisch. Der ukrainische Kosakenführer Mazeppa, schon ein alter Mann, plant, sich mit den Schweden gegen Zar Peter den Ersten zu verbünden, um die Autonomie der ukrainischen Kosaken gegen Moskauer Machtansprüche zu verteidigen.
Die entscheidende Schlacht bei Poltawa geht dann grandios für Mazeppa und die Schweden Karls XII. verloren. Alles weitere ist Oper. Mazeppa heiratet die junge Marija gegen den Willen ihres Vaters, des Gutsbesitzers Kotschubei. Der verpetzt die Verschwörung Mazeppas an den Zaren, der es nicht glaubt und zurückfragt, worauf Kotschubei es mit dem Henker zu tun kriegt. Schließlich fällt Marija in den ophelischen Wahnsinn, singt einem sterbenden jungen Verehrer ein Schlaflied, während Mazeppa sich ins osmanische Exil verzieht.
«Mazeppa» führt die Geschichte in drei Akten mit sechs Bildern als wirkungsvolles Stationendrama vor. Effektvolle Tableaus bieten volkstümlich Getanztes ...
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