Starke Frauen
Chefsache: Intendant Matthias Fontheim stellte sich in Mainz als Opernregisseur vor. Generalmusikdirektorin Catherine Rückwardt erfüllte sich, dem Orchester und dem Publikum mit Strauss' «Rosenkavalier» einen Wunsch. Ihre Mutter, die Sopranistin Judith Beckmann, zählte in den achtziger Jahren zu den gesuchten Interpretinnen der Marschallin. Es gibt also, wenn man so will, ein musikalisches Erbe, dass von Richard Strauss über Beckmann und ihre Gesangslehrerin Lotte Lehmann nun bis in die Mainzer Premiere hineinreicht.
Es ist der Abend vier starker Frauen: vor allem Catherine Rückwardt am Pult des bestens aufgelegten Philharmonischen Staatsorchesters. Dann Abbie Furmansky, die ihr Mainz- und Marschallin-Debüt mit einem üppig gleißenden Qualitätssopran gibt. Ana Durlovsky (zwischen Berlin und Wien als Königin der Nacht gefragt) zeigt als Sophie, dass sie weit mehr als nur hohe Töne im Gepäck hat und sich den Anforderungen lyrischer Partien mit großer Ernsthaftigkeit stellt. Sie harmoniert hervorragend mit Patricia Roach, die ihren Octavian als Krönung einer folgerichtigen Entwicklung präsentiert: ein junger Mezzosopran, der sich eine volle und strahlende Höhe erarbeitet hat, ohne ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Titel war gut gewählt, denn er formulierte einen ersten Befund: «Angst vor der Zerstörung.» Um Positionen des Musiktheaters (natürlich besonders des Wagner’schen) zwischen Archiv und Erneuerung ging es bei einem hochkarätig besetzten Symposion während der Bayreuther Festspiele. Ein von der FU Berlin und den Festspielen gemeinsam initiiertes Wochenende, bei dem...
Paul McCreesh gab anlässlich seiner Einspielung von «Paride ed Elena» jüngst der Hoffnung Ausdruck, Gluck möge in zehn Jahren so beliebt sein wie Händel heute. Tatsächlich erlebt der Opernreformator auf Bühnen, Symposien und CD wieder einmal ein Hoch in seiner höchst wechselhaften Konjunkturkurve. Da passt es zum Trend, dass sich Alexander Stoehr und die Neue...
Die Inszenierung von Giorgio Battistellis «Prova d’orchestra» am Stadttheater Bern stellt bereits die siebte Neuproduktion dieses mittlerweile zwölf Jahre alten Werks dar. Weitere sind geplant. Was macht das Stück derart populär? Ist es Fellinis bildmächtiger Film aus dem Jahr 1978 oder die oft illustrative Zugänglichkeit von Battistellis Musik? Für den neuen...
