Coole Sache
«Echt cool, das Ännchen!» Wenn vierzehnjährige Schüler sich so begeistert zeigen, wenn sie jubeln und johlen beim Schlussapplaus, wenn aus dem unruhigen Haufen zu Beginn ein gebanntes Publikum wird, dann hat das Theater etwas richtig gemacht. Etwa ein Drittel der Plätze war bei der B-Premiere von Carl Maria von Webers «Freischütz» von Schulklassen besetzt – in der Regel ein zweifelhaftes Vergnügen. Am Eingang war der wütende Satz eines Baseballkappe tragenden Teenagers nicht zu überhören gewesen: «Ich bin gezwungen hier!» Doch am Ende nur strahlende Gesichter.
Wie ist es dem Regie führenden Generalintendanten und seinem Team gelungen, die jungen Besucher doch zu begeistern? Mit einer durch und durch konventionellen Inszenierung.
Achim Thorwald lässt die Personage in tümelnden Kostümen (Ute Frühling) weitgehend herumstehen, in romantischen Bildern von Wald und Dorfschenke. Die Wolfsschlucht wurde mit viel Dampf und Gewölk, mit eingespieltem Pferdegetrappel und pantomimischem Selbstmordversuch der Agathe weitgehend so gezeigt, wie man sich Schauerromantisches vorstellt. Es war offensichtlich dieser unmittelbare und durchaus wirkungsvolle Zugang, der die Teenager ansprach. Zumal ...
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Carl Maria von Weber hat ihn zwar einst einen «bedeutenden Musiker» genannt, aber heutzutage zählen die Bühnenwerke des Mozart-Zeitgenossen Peter von Winter (1754-1825) allenfalls zu den Raritäten unserer Spielpläne – etwa «Das Labyrinth», eine Fortsetzung der «Zauberflöte», 1978 in München und 2002 in Chemnitz, oder «Maometto II.» 2002 in Bad Wildbad. Jetzt...
Er war nicht nur der größte unter allen lebenden Bassisten, sondern zweifellos ein Jahrhundertsänger: Kurt Moll. Jetzt verabschiedete er sich als Nachtwächter in den «Meistersingern» von der Bühne: jener Partie, mit der er 1968 in Bayreuth debütiert und mit der seine internationale Karriere begonnen hatte. Dirigent war damals nämlich Karl Böhm, der sich sofort...
Das einzige Bühnenwerk des vor allem als Geiger berühmt gewordenen rumänischen Komponisten George Enescu hat nach der erfolgreichen Pariser Uraufführung 1936 nur noch vereinzelte Reprisen, vor allem in Frankreich und Rumänien, erlebt. Um so größer war das Erstaunen, als 1989 bei EMI eine Gesamtaufnahme herauskam, die «Oedipe» als ein Hauptwerk der Oper des 20....
