Initiation in Haute Couture
Vielleicht ließ Vincent Boussard, Regisseur von Händels Radamisto im Theater an der Wien, seine Seele im Sigmund-Freud-Museum in der Berggasse baumeln. Auf jeden Fall spielt seine Inszenierung mit dem Phänomen von Ich und Über-Ich sowie mit der Welt der Träume. Im kargen Bühnenraum von Vincent Lemaire schwänzeln unter anderem in allen Größen projizierte Zierfische als «Symbole des Auftauchens aus dem undifferenzierten Unbewussten» (Programmheft).
Très chic – wie auch die Zeiten und Stile elegant mischenden Kostüme des Pariser Couturiers Christian Lacroix –, aber in summa völlig belanglos.
Dennoch muss man das Haus loben, denn diese Produktion bestätigt erneut seinen Ruf als Händel-Zentrum. Und während Her Majesty’s Theatre am Haymarket in London, Nachfolger des King’s Theatre (1720 Ort der Uraufführung von Radamisto), seit Jahren mit The Phantom of the Opera die Kassen füllt, boten die Wiener mit dieser Oper die bis dato sechzehnte Händel-Produktion in knapp sieben Jahren (etwa die Hälfte davon szenisch; bis zum Saisonende werden es insgesamt zwanzig sein) – und präsentieren zugleich eine Art Opernphantom. Denn das Stück, das erste, das Händel für die Royal Academy of Music ...
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Opernwelt März 2013
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Gerhard Persché
Ein lang anhaltendes Tiefdruckgebiet liegt über den Opernhäusern der mecklenburgischen Ostseeküste. Seit Jahren lauert die Fusion von Schwerin und Rostock, zwei Städten, die sich traditionell nicht grün sind. Das Ministerium hat eine Münchner Managementfirma beauftragt, entsprechende Szenarien auszuarbeiten, wieweit sie umgesetzt werden, ist immer noch unklar. Der...
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44
Fax 0241/478 42 01
> Ariodante: 2., 8., 17., 22.
> Hänsel und Gretel: 3. (N.), 14.
> Superflumina: 10. (N.)
> Carmen: 16., 30.
> 3....
Operettenkönige gab es nicht nur in Wien. Als die k.u.k. Welt noch in Ordnung und das ganze Wiener Leben Operette war, machten die Berliner schon ihr eigenes Ding. Schielten weder zu Offenbachs bittersüßen Buffonerien nach Paris, noch auf die Walzer an der schönen blauen Donau. Blähten lieber die preußischen Backen und pfiffen ihren Stücken ein bisschen Marschluft...
