Exemplarisch
Vor 30 Jahren gewann der russische Bariton Dmitri Hvorostovsky vor seinem walisischen Fachkollegen Bryn Terfel den BBC-Wettbewerb «Cardiff Singer of the World» und startete damit in seine große internationale Karriere. Noch im selben Jahr gab er in einer Rundfunkproduktion von Tschaikowskys «Pique Dame» in der Partie des Jeletzki sein Debut in Moskau.
Die auch posthum anhaltende Beliebtheit des Sängers, der im November 2017 einem Krebsleiden erlag, veranlasste die russische Firma Melodiya, diese Aufnahme auf den Markt zu bringen.
Um eine Erstveröffentlichung, wie behauptet, handelt es sich allerdings nicht: Schon vor 15 Jahren war sie über das kleine schweizerische Label Relief zu beziehen.
Dennoch ist die Publikation vorbehaltlos zu begrüßen. Die Moskauer Rundfunkaufnahme von 1989 kommt einer idealen Interpretation ziemlich nahe. Ich ziehe sie wegen ihrer Lebendigkeit sogar der zweifellos gelungenen Produktion des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons vor. Vladimir Fedoseyev verfällt nicht dem Fehler vieler Dirigenten, «russische Seele» in schwerfälligen Tempi breit ausschwingen zu lassen, vermeidet aufgedunsenes Grand-Opéra-Pathos, den breiig-kompakten Klangstrom, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Ekkehard Pluta
Ende des Monats ist es wieder so weit: Fedora, getragen vom European Circle of Philanthropists of Opera and Ballet, ruft zur Preisverleihung nach Venedig. Eine Opern- und eine Ballettproduktion werden ausgezeichnet und erkleckliche Beträge einstreichen. Der Name Fedora taucht zwar immer mal auf, aber wer und was verbirgt sich eigentlich dahinter? Das Netzwerk...
Das Thema der diesjährigen Uraufführung an der English National Opera: der Urvater aller Serienmörder, «Jack the Ripper». So lautet der Titel des neuen London-Stücks von Iain Bell (nach «A Harlot’s Progress», siehe OW 12/2013). Gewiss, die Morde spielen eine Rolle, werden in den Erläuterungen eines Pathologen reflektiert. Doch als Figur taucht der Täter nicht auf....
Frau Margaine, zunächst einmal: herzlichen Glückwunsch!
Wozu?
Sie erwarten ein Baby.
(Lacht) Ja, es ist unglaublich.
Hat diese Aussicht Auswirkungen auf die Art, wie Sie singen oder wie Sie Ihren Beruf sehen?
Natürlich spüre ich, dass der Körper sich verändert. Anfangs hatte ich die üblichen Schwangerschaftssymptome, fühlte mich oft schlapp, war schnell müde usw....
