Aufbruch in Gelsenkirchen
Wer Gelsenkirchen sagt, denkt nicht in erster Linie an Kultur. Die am Nordrand des ehemaligen Kohlereviers gelegene Stadt war bis in die 1970er-Jahre das Zentrum der westdeutschen Montanindustrie. Die großen Zechen und Schachtanlagen, Monumente der Industriearchitektur, sind hier wie andernorts längst stillgelegt. Heute ist der Fußballverein Schalke 04 das Aushängeschild. Gelsenkirchen und «Auf Schalke», die Veltins-Arena des gegenwärtig wieder an der Spitze der Fußball-Bundesliga mitmischenden Vereins, das sind selbst für Nicht-Sportfans Synonyme.
Doch Gelsenkirchen hat mehr zu bieten – das aus der Renaissance stammende Wasserschloss Horst, die Flusslandschaft bei Buer, nicht zuletzt das am Rande der wiederaufgebauten Altstadt liegende Musiktheater im Revier. Vor fünfzig Jahren, am 15. Dezember 1959, wurde das von dem Architekten Werner Ruhnau entworfene Gebäude eingeweiht. Das Haus gehört zu den kühnsten, überzeugendsten Theaterneubauten im Nachkriegseuropa – nicht zuletzt, weil es Ruhnau und seinen Mitarbeitern gelungen ist, ihm über die funktionelle Zweckmäßigkeit hinaus selbst künstlerische Ausstrahlung zu verleihen. Mit Glasfassaden hat man damals allüberall gearbeitet, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Überalterung des Opernpublikums ist ein Phänomen, das seit Jahren bespöttelt und kritisiert wird, ohne dass eine Notwendigkeit zum Handeln daraus abgeleitet wurde. Denn die Theater konnten sich im Großen und Ganzen darauf verlassen, dass sich der «Silbersee im Parkett» ganz ohne ihr Zutun immer wieder auffüllte: Waren erst einmal die Belastungen von Beruf und...
Von allen großen Opern, die das Etikett «Komödie» tragen, dürfte Gaetano Donizettis «Don Pasquale» die melancholischste sein. Gefährlich dünn ist in dem 1843 uraufgeführten Werk der Firnis der Lustigkeit; am Ende bleibt von dem Versuch des alten Mannes, Leben und Jugend nachzuholen, nur ein bitteres «zu spät». Im Opernhaus merkt man davon leider meist nichts: Statt...
Dieses Album verdient Respekt. Ein Programm mit Liedern in sechs Sprachen und einer stilistischen Bandbreite vorzulegen, die von Mozart und Schubert über Fauré und Wolf bis zu Poulenc und Strauss reicht, ist kein bequemer Weg, um sich als Sängerin zu profilieren. Und er ist auch dann nicht bequem, wenn man eine so schöne Stimme besitzt wie Measha Brueggergosman:...
