Inhomogen
Heike Hoffmann, seit dieser Saison Leiterin der SWR Schwetzinger Festspiele, interpretiert die Dramaturgie des Festivals auf ihre Weise: Altes und Neues sollen nicht nebeneinander stehen, sondern ineinander verschränkt werden. Der Untertitel von «Tre Volti – Drei Blicke auf Liebe und Krieg» von Annette Schlünz, mit deren Uraufführung das diesjährige Programm eröffnet wurde, passt ins Bild: «Musiktheater mit Monteverdi». Als Keimzelle fungiert dessen Madrigal «Il combattimento di Tancredi e Clorinda» auf einen Text von Torquato Tasso.
Es handelt vom christlichen Ritter Tancredi, der im ersten Kreuzzug auf einen namenlosen sarazenischen Kämpfer trifft. Er tötet ihn und muss erkennen, dass in der Rüstung seine muslimische Geliebte Clorinda steckte.
Annette Schlünz und ihre Librettistin Ulrike Draesner spiegeln den alten (erotischen) Kampf der Geschlechter in einem modernen Paar im Nahen Osten. Nicht der Mann, sondern die Frau ist die Tötungsmaschine: Sie steuert eine Kriegsdrohne. Nicht die Frau, sondern der Mann verweigert die Kommunikation: Er handelt zwar mit Handys, die Beziehung zur Partnerin aber bleibt sprachlos. Die Texte von Tasso und Draesner, Schlünz und Monteverdi ...
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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Thomas Rothkegel
Opern von Ottorino Respighi schafften es in Nordamerika selten auf den Spielplan. Die Metropolitan Opera etwa stellte ein einziges Werk vor: «La campana sommersa»– in der Saison 1928/29. Die letzte szenische Produktion in New York riskierte die Gotham Opera vor zwölf Jahren: «La bella dormenta nel bosco». Nun konnte man «La campana sommersa» dank der New York City...
Zum Schluss lässt Werner Seitzer es noch einmal richtig krachen. Das steht ihm zu, wenn er nach 33 Jahren am Hildesheimer Theater jetzt in den Ruhestand geht. Aber weil Seitzer ein Kapellmeister der guten alten Schule ist, heißt das natürlich nicht, dass er eine Show abzieht. Dafür ist am Theater für Niedersachsen (TfN) eine eigene Musical-Company zuständig. Aber...
Wenn der Hirsch röhrt, ist das in einer heutigen Aufführung einer romantischen Oper nur als ironisches Zitat zu verstehen. Bei Yona Kims Inszenierung von Robert Schumanns «Genoveva» am Nationaltheater Mannheim darf man sich da nicht so sicher sein. Denn das Gemälde, das an einer hellgrauen Wand aufgehängt wird, ist ästhetisch einwandfrei gearbeitet; die Hirschkuh...
