Debüt in Karlsruhe

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Schon länger machte er sich bei Achim Freyer und Robert Wilson als Co-Regisseur nützlich. Er inszenierte bereits am Salz­burger Landestheater und in Wuppertal, jetzt scheint er sich auf den Marsch durch die größeren Institutionen zu begeben. Das Staatstheater Karlsruhe lud Tilman Hecker nun ein, Vincenzo Bellinis Romeo-und-Julia-Oper «I Capuleti e i Montecchi» auf die Staatstheaterbühne zu bringen – mit einem durchweg jungen Team.

Dazu hatte er sich mit seinem Bühnenbildner Raimund Orfeo Voigt einen Spielraum aus drei in die Breite gestreckten, absolut identischen Stockwerken ausgedacht – vorn drei Stufen und hinten, wie überm Meer, eine Felslandschaft. Ein wenig bleibt diese horizontal geschichtete Optik allerdings im Zustand des Ausgedachten. Ein wenig bleibt’s bei der Idee. Sie soll die Hierarchie im Verona der verfeindeten Clans widerspiegeln: Die Macht residiert ganz oben. Wer hinauf will, nutzt die beiden Fahrstühle. Dass es da zu erklügelten Synchronitäten kommt, versteht sich fast von selbst. Auch leistet Hecker sich ein paar unbeholfene Chor-Rochaden. Eine ­gediegene Regieleistung ist es dennoch – von einem Regisseur, der es weniger mit dem spekulativ-dekonstruktiven ...

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Opernwelt August 2016
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Heinz W. Koch

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