Kultiviert tönt's aus Zottelfellen

Aachen geht mit dem Komponisten Anno Schreier auf Polarexpedition: «Prinzessin im Eis»

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Ein neuer Operntypus erobert die Bühnen: die «Familienoper», ein Hybrid, der das schon existierende Genre der Kinder- oder Jugendoper so weit öffnen soll, dass sich auch der «erwachsene» Teil des Publikums nicht langweilt oder intellektuell unterfordert fühlt. Ein Balanceakt, bei dem man leicht nach der einen oder anderen Seite abrutschen kann. In Constantin von Castensteins Libretto zu der als «multinationale Polarkomödie» ausgewiesenen «Prinzessin im Eis» geschieht das leider unentwegt.



Es geht um eine Expedition, die im grönländischen (Rest-)Eis genetische Proben ausgestorbener Tierarten bergen soll. Doch die Crew erweist sich als inkompetent. Die Vertreter der beteiligten Nationen pflegen hauptsächlich ihre nationalen ­Eigenheiten: Der Deutsche besteht auf Ordnung (gemäß Handbuch), die Russen saufen, die Französin ist eine kettenrauchende Emanze, der US-Amerikaner ein sicherheitsneurotischer Geheimdienst-Pistolero, der Brasilianer leidenschaftlich, und der Afrikaner friert. Über ein durch Zufall entdecktes Erdgasvorkommen gerät die Truppe in Streit. Ein Rudel singender Eisbären (der Männerchor des Aachener Theaters tönt kultiviert aus seinen Zottelfellen) mahnt: «Ihr perforiert ...

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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Ingo Dorfmüller

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