Editorial, Juni 2010

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Eyjafjallajökull. Flüssig und fehlerfrei aussprechen können das im deutschsprachigen Raum vermutlich nur ein paar Island-Spezialisten. Doch jeder weiß, was die Zeichenfolge bedeutet: Feuer, Lava, Rauch, Asche. Die Vulkaneruption sorgte für ein spektakuläres Naturschauspiel – und für Chaos im Luftverkehr. Die so verordnete Zwangspause für den homo mobilis wirkte sich auch auf diese «Opernwelt»-Nummer aus.

Wir hatten eine große Reportage über die Los Angeles Opera geplant: Den Abschluss von Achim Freyers «Ring»-Zyklus wollten wir für einen genauen Blick hinter die Kulissen des von Plácido Domingo geleiteten Hauses nutzen – im Gespräch mit Musikchef James Conlon und anderen Künstlern, und mit einem Bericht vom opulenten «Ring»-Begleitprogramm, an dem sich Universitäten, Museen und andere Kulturinstitute beteiligten. Doch die amerikanische Westküste blieb von Berlin aus unerreichbar. So werden wir das Finale des Freyer-«Rings» im Juli-Heft nachreichen – im Rahmen eines USA-Schwerpunkts, bei dem es dann auch um die Uraufführungen von Jake Heggies «Moby Dick» in Dallas und Daron Hagens «Amelia» in Seattle geht.

Mit Behinderungen ganz anderer Art kämpfen Italiens Opernhäuser. Seit Jahren ...

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Opernwelt Juni 2010
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann

Vergriffen
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Schwierige Mission

Unter den Komponisten der sowjetischen Nachkriegszeit gehörte Nikolai Karetnikov (1930-1994) zweifellos zu den Querdenkern. Wie Alfred Schnittke, Sofia Gubaidulina oder Edison Denisov entwickelte er eine eigene Ästhetik und kompositorische Techniken, die mit den Prinzipien des «sozialistischen Realismus» nichts zu tun hatten. Auf der einen Seite fühlte sich...

Zeit und Reife

Herr Jansons, warum dirigieren Sie eigent-lich nicht häufiger Oper?
Ich würde es gern, dringend und unbedingt machen. Sie haben ja Recht. Es ist meine Leidenschaft. Aber schauen Sie: Ich habe Einladungen von verschiedenen Häusern bekommen. Dann lese ich: Orchesterproben beginnen an diesem und jenem Tag, Bühnenproben an einem anderen. Und wenn ich diese Phase und die...

Der große Unterschied

Das Ende bleibt offen. Kein Trauerflor in Moll, kein Silberstreif, keine Erlösungsharmonie. Wie ein Fragment, wie eine Frage verweht der letzte B-Dur-Akkord. Eine Quinte und Quart, übereinander geschichtet, in der Tiefe; ein dreigestrichenes D und ein zweigestrichenes F dominieren die Höhe. Der Grundton, ins Abseits gedrängt. Als ob man diesem Akkord nicht trauen...